grimm · khm_170_sharing_joy_and_sorrow
khai plays · a playbook

Sharing Joy and Sorrow.

Grimm
00 · the play synopsis

Synopsis.

Name

Sharing Joy and Sorrow.

Arc

Ein grausamer Schneider verdreht das Gebot, Leid und Freude zu teilen, und erhält dafür seinen Lohn.

Stakes

Wie ein böser Mann ein gerechtes Gebot des Teilens durch spitzfindige Wortverdrehung in ein Werkzeug seiner Grausamkeit verkehrt und am Ende doch der gerechten Strafe nicht entgeht.

Estate

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01 · plots editorial

Plots.

Plot 1: Die Verhaftung

Der Schneider misshandelt seine gute Frau, wird von der Obrigkeit verhaftet, bei Wasser und Brot eingesperrt und nur auf das Versprechen hin entlassen, friedlich mit ihr Leid und Freude zu teilen.

Plot 2: Der Rückfall

Eine Weile hält der Schneider sein Wort, doch dann wird er wieder grausam; da er sie nicht schlagen darf, packt er sie und reißt ihr das Haar aus.

Plot 3: Die Hetzjagd im Hof

Die Frau flüchtet in den Hof; der Schneider verfolgt sie und schleudert ihr die Elle und die Schere nach, bis die Nachbarn eingreifen.

Plot 4: Das Urteil

Vor die Richter geladen, behauptet der Schneider, sein Wort gehalten zu haben, doch das Gericht durchschaut seine Spitzfindigkeit und gibt ihm den verdienten Lohn.

02 · plot editorial

Das Urteil.

Cue

Auf Betreiben der Nachbarn wird der Schneider abermals vor die Obrigkeit geladen.

Action

Vor den die Richter beruft sich der der Schneider auf seine die Wortverdrehung: Er habe sein Wort gehalten, denn er teile Leid und Freude, da es ihm eine Freude sei zu schlagen und der Frau ein Leid, und umgekehrt. Die Richter sind mit dieser Spitzfindigkeit nicht zufrieden und geben ihm den Lohn, den er verdient hat.

Tension

Die scheinbar schlüssige Auslegung des Schneiders zerbricht an dem gerechten Sinn der Richter, die den Buchstaben nicht über das Recht stellen.

03 · plot editorial

Der Rückfall.

Cue

Nach einer kurzen Weile des Friedens kehrt die alte Bosheit des Schneiders zurück.

Action

Eine Zeit lang hält der der Schneider sein Wort, doch bald wird er wieder mürrisch und grausam. Weil er die die Frau nicht schlagen darf, packt er sie bei den Haaren und reißt sie ihr aus, sodass aus dem Versprechen erneut die Misshandlung wird.

Tension

Der Schneider sucht eine Lücke in seinem Gelöbnis und findet sie in der Grausamkeit, die das Schlagen nur durch das Haareausreißen ersetzt.

04 · plot editorial

Die Hetzjagd im Hof.

Cue

Die geplagte Frau entkommt der Stube und flüchtet ins Freie.

Tension

Die geworfenen Werkzeuge machen die häusliche Grausamkeit für alle sichtbar und rufen die Nachbarn als Zeugen auf den Plan.

05 · plot editorial

Die Verhaftung.

Cue

Der zänkische Schneider lässt seine gute, fromme Frau seine üble Laune entgelten.

Action

Weil der der Schneider seine fleißige und fromme Frau quält und misshandelt, schreitet die Obrigkeit ein. Es kommt zur die Verhaftung: Die Richter lassen ihn ergreifen, sperren ihn bei die Gefängniskost ein und entlassen ihn erst, als er gelobt, friedlich zu leben und mit seiner Frau Leid und Freude zu teilen.

Tension

Das Versprechen, Leid und Freude zu teilen, klingt wie Frieden, trägt aber bereits den Keim der späteren Wortverdrehung in sich.

07 · pitch editorial

die Bosheit.

Tenor

Die Bosheit, die Hitze des Mannes, der ein gutes Gebot zur Waffe schmiedet. Er soll mit seiner Frau Leid und Freude teilen, und er verdreht das Wort, bis das Teilen heißt, ihr das Haar auszureißen und ihr die Werkzeuge nachzuwerfen. Gespielt wird im scharfen, kalten Zorn dessen, der nicht im Jähzorn schlägt, sondern berechnet grausam ist und seine Bosheit hinter einer spitzfindigen Auslegung versteckt.

Undertow

Unter dem Zorn liegt der hämische Witz. Der Schneider triumphiert über seine eigene Schlauheit; jede Misshandlung kommt als Erfüllung des Versprechens daher, und er weidet sich an der Verdrehung wie an einem gelungenen Streich. Diese kalte Schadenfreude, der höhnische Unterton unter der Heftigkeit, hält die Tonart davon ab, in bloße rohe Gewalt zu kippen: es ist die Bosheit, die sich noch klug vorkommt.

Nerve

Getroffen wird die Empörung, die heiß aufsteigt, wenn ein gerechtes Wort zum Werkzeug der Quälerei wird. Der Zorn auf den, der die Macht über die Wehrlose mit einer Ausrede deckt, und das brennende Verlangen, ihn ertappt und gestraft zu sehen. Es spielt für den Grimm gegen die Grausamkeit, die sich für gerecht ausgibt.

Echo

Was bleibt, ist das Urteil, das die Spitzfindigkeit durchschaut, und der verdiente Lohn, der den Verdreher trifft. Der Nachgeschmack ist die heiße Genugtuung, dass die Bosheit ihrer Strafe doch nicht entgeht, mit einem letzten bitteren Beigeschmack: an die Frau, die das Teilen von Leid und Freude so teuer bezahlen musste, ehe das Recht sie einholte.

09 · persona editorial

der Schneider.

Projection

Ein zänkischer, böser und grausamer Schneider, der seine gute Frau quält und sich für klüger als die Obrigkeit hält.

Action

Er misshandelt seine Frau, wird eingesperrt und gelobt Frieden, fällt jedoch in seine Bosheit zurück, reißt ihr das Haar aus, jagt sie mit Elle und Schere durch den Hof und versucht vor Gericht, sein gebrochenes Wort mit Spitzfindigkeit zu rechtfertigen.

Shadow

Seine Grausamkeit verbirgt sich hinter einer scheinbar logischen Auslegung des Versprechens, doch am Ende holt ihn die Gerechtigkeit ein.

Tell

Das mürrische Schweigen vor dem Ausbruch, das Greifen nach der nächsten Wurfwaffe und das selbstgefällige Auslegen seiner eigenen Worte vor den Richtern.

10 · persona editorial

die Frau.

Projection

Eine gute, fleißige und fromme Frau, die ihren bösen Mann geduldig erträgt und sich nichts hat zuschulden kommen lassen.

Action

Sie erduldet die Misshandlungen ihres Mannes, wird bei den Haaren gerissen, flüchtet in den Hof und entkommt der Hetzjagd erst, als die Nachbarn herbeieilen und einschreiten.

Shadow

Ihre Sanftmut und Frömmigkeit machen sie wehrlos, doch gerade ihre Unschuld bewegt Obrigkeit und Nachbarn, für sie einzutreten.

Tell

Das stille Dulden, die Flucht in den Hof und das schutzsuchende Rufen, das die Nachbarn auf den Plan ruft.

11 · persona editorial

die Nachbarn.

Projection

Die aufmerksamen Nachbarn, die das Geschrei im Hof hören und die misshandelte Frau nicht im Stich lassen.

Action

Sie eilen herbei, als der Schneider seiner Frau Elle und Schere nachschleudert, schreiten der Hetzjagd ein und bringen den Vorfall vor die Obrigkeit.

Shadow

Sie sind das wachsame Gewissen der Gemeinschaft, das die häusliche Gewalt nicht duldet und der Gerechtigkeit den Weg bereitet.

Tell

Das herbeieilende Rufen über den Zaun, das entschlossene Dazwischentreten und das Bezeugen der Tat vor den Richtern.

12 · persona editorial

die Richter.

Projection

Die strenge Obrigkeit, die über Recht und Frieden wacht und den Schneider zur Rechenschaft zieht.

Action

Sie lassen den Schneider verhaften und bei Wasser und Brot einsperren, nehmen ihm das Versprechen des Friedens ab, laden ihn nach dem Rückfall erneut vor und durchschauen seine Spitzfindigkeit, um ihm den verdienten Lohn zu geben.

Shadow

Sie verkörpern die Gerechtigkeit, die sich nicht durch geschickte Worte täuschen lässt, sondern den wahren Sinn des Gebots schützt.

Tell

Das prüfende Anhören der Ausrede, das ruhige Abweisen der Wortverdrehung und das unbeirrte Aussprechen des Urteils.

14 · place editorial

das Gefängnis.

Shown

Die enge, dunkle Zelle, in die die Obrigkeit den misshandelnden Schneider sperren lässt.

Offers

Den Ort der Bestrafung und Besinnung, an dem der Schneider bei Wasser und Brot sein Gelöbnis ablegt, friedlich zu leben.

Withheld

Die Zelle hält den Schneider nur für eine Weile zurück; sie kann seine Bosheit zähmen, aber nicht aus ihm vertreiben.

15 · place editorial

das Gericht.

Shown

Der strenge Saal, in dem die Richter über Recht und Frieden urteilen und den Schneider zur Rechenschaft ziehen.

Offers

Den Ort, an dem die Wortverdrehung des Schneiders öffentlich geprüft und der wahre Sinn des Gebots geschützt wird.

Withheld

Der Saal gewährt der Spitzfindigkeit keinen Sieg; hier zählt nicht der Buchstabe der Ausrede, sondern das Recht der gequälten Frau.

16 · place editorial

das Haus und der Hof.

Shown

Die enge Schneiderstube und der angrenzende Hof, in dem das Ehepaar lebt und arbeitet.

Offers

Den häuslichen Schauplatz, in dem die Frau ihre Pflichten treu erfüllt und in dessen Hof sie bei Gefahr Zuflucht und die Hilfe der Nachbarn sucht.

Withheld

Innerhalb der vier Wände bietet das Haus der Frau keinen Schutz vor der Bosheit ihres Mannes; erst der offene Hof macht die Tat sichtbar.

18 · piece editorial

die Elle und die Schere.

Load bearing

Stellt die Werkzeuge des Schneiderhandwerks dar, die in seiner Hand vom Arbeitsgerät zu Wurfwaffen gegen die eigene Frau werden.

Apparent

Die Elle zum Messen und die Schere zum Schneiden, die der Schneider in der Hetzjagd der fliehenden Frau in den Hof nachschleudert.

Yearbook

Die geworfenen Werkzeuge machen die häusliche Grausamkeit für die Nachbarn sichtbar und werden so zum Anlass des Eingreifens und der Anklage.

19 · piece editorial

die Gefängniskost.

Load bearing

Stellt die karge Strafkost aus Wasser und Brot dar, mit der die Obrigkeit den Schneider zur Besinnung zwingt.

Apparent

Das trockene Brot und das Wasser, die dem eingesperrten Schneider als einzige Nahrung gereicht werden.

Yearbook

Die magere Kost bringt den Schneider dazu, Frieden zu geloben, vermag seine Bosheit jedoch nur für eine kurze Weile zu beugen.

21 · position editorial

der Richterstand.

Has

Die Befugnis der Obrigkeit, über Frieden und Recht zu wachen und den wahren Sinn eines Gebots gegen seine Verdrehung zu verteidigen.

Orders

Lässt den Schneider ergreifen, nimmt ihm das Gelöbnis ab und fordert vor Gericht Rechenschaft für sein gebrochenes Wort.

Loses

Lässt sich vorübergehend auf das Versprechen des Schneiders ein, gewinnt aber durch das wachsame Eingreifen der Nachbarn die Gewissheit zurück.

Drives

Handelt aus Gerechtigkeit und der Pflicht, die Schwache zu schützen und Spitzfindigkeit nicht über das Recht zu stellen.

22 · position editorial

der Tyrann.

Has

Die selbstherrliche Macht im Haus und die Anmaßung, ein gerechtes Gebot nach eigenem Belieben auszulegen.

Orders

Fordert Unterwerfung von seiner Frau und Anerkennung seiner spitzfindigen Auslegung von den Richtern.

Loses

Verliert die nachsichtige Freiheit, die ihm die Obrigkeit gewährt hat, und erntet am Ende den verdienten Lohn.

Drives

Handelt aus Bosheit, Zank und dem Trotz, sein gebrochenes Wort als gehalten auszugeben.

23 · position editorial

die Dulderin.

Has

Die geduldige Frömmigkeit und die Unschuld einer Frau, die ihre Pflichten treu erfüllt.

Orders

Bittet still um Frieden und ruft im äußersten Fall die Nachbarn um Hilfe an.

Loses

Verliert vorübergehend ihre Sicherheit und ihr Haar, behält aber ihre Unschuld und gewinnt den Beistand der Gemeinschaft.

Drives

Handelt aus Sanftmut, Geduld und dem Glauben, dass die Gerechtigkeit am Ende für sie eintritt.

25 · process editorial

die Misshandlung.

Direction

Das fortwährende Quälen der guten Frau, das vom Schlagen über das Haareausreißen bis zur Hetzjagd reicht.

Lever

Die selbstherrliche Macht des Schneiders im Haus und seine Bereitschaft, jede Lücke seines Gelöbnisses zur Grausamkeit zu nutzen.

Echo

Das geduldige Dulden der Frau, das Einschreiten der Nachbarn und schließlich das Eingreifen der Obrigkeit.

26 · process editorial

die Verhaftung.

Direction

Das Ergreifen des misshandelnden Schneiders und sein Einsperren bei Wasser und Brot, bis er Frieden gelobt.

Lever

Die Strenge der Obrigkeit und die Macht, durch Haft ein Gelöbnis des friedlichen Zusammenlebens zu erzwingen.

Echo

Das Versprechen des Schneiders, Leid und Freude zu teilen, das er bald darauf zur Wortverdrehung missbraucht.

27 · process editorial

die Wortverdrehung.

Direction

Das spitzfindige Auslegen des Gebots „Leid und Freude teilen“, sodass die eigene Grausamkeit als gehaltenes Wort erscheint.

Lever

Die scheinbare Schlüssigkeit der Behauptung, das Schlagen sei seine Freude und der Frau ein Leid, und umgekehrt.

Echo

Die Unzufriedenheit der Richter, die den wahren Sinn des Gebots schützen und dem Schneider den verdienten Lohn geben.

29 · plan editorial

die Ausrede.

Direction

Nach der Haft gelobt der Schneider Frieden, fällt aber in seine Bosheit zurück. Statt das Verbot des Schlagens als gebrochenes Wort gelten zu lassen, deutet er das Gebot des Teilens so um, dass seine Grausamkeit als Erfüllung erscheint, und trägt diese Auslegung vor Gericht vor.

Orders

  1. Der Schneider legt unter dem Zwang der Gefängniskost ein Gelöbnis des Friedens ab.
  2. Der Schneider sucht nach einer Lücke im Wortlaut des Gebots „Leid und Freude teilen“.
  3. Der Schneider ersetzt das verbotene Schlagen durch das Haareausreißen und die Hetzjagd.
  4. Der Schneider behauptet vor den Richtern, sein Wort gehalten zu haben.
  5. Der Schneider legt das Teilen so aus, dass seine Freude und das Leid der Frau einander entsprechen.

Implementation

  • Der Plan beruht auf der scheinbaren Schlüssigkeit einer wörtlichen Auslegung gegen ihren wahren Sinn.
  • Vermeidung des ausdrücklich verbotenen Schlagens durch andere Formen der Grausamkeit.
  • Nutzung der Mehrdeutigkeit des Wortes „teilen“ als juristischer Vorwand.

Targets

  • [ ] Unter Zwang der Haft Frieden geloben
  • [ ] Eine Lücke im Wortlaut des Gelöbnisses suchen
  • [ ] Das Schlagen durch Haareausreißen und Hetzjagd ersetzen
  • [ ] Vor den Richtern das gehaltene Wort behaupten
  • [ ] Das Teilen von Leid und Freude zu eigenen Gunsten verdrehen

30 · reference warrant

Line Of Work.

Staging Lieb und Leid teilen (KHM 170) as a cautionary tale about the malicious twisting of a just commandment. The production models how a cruel tailor turns the order to "share joy and sorrow" with his good wife into a pretext for cruelty, and how the magistrates refuse his sophistry and give him the reward he deserves.

31 · reference warrant

Origin.

Jacob and Wilhelm Grimm's Kinder- und Hausmärchen (1812-1857), tale KHM 170, in the definitive 7th edition of 1857.

Source Key Work / Event Scope
Brothers Grimm Kinder- und Hausmärchen, KHM 170 The canonical tale of the tailor who twists "sharing joy and sorrow".
32 · reference warrant

Restrictions.

What the production refuses to model, and to whom it delegates.

  • Form of the final punishment: the tale closes with the judges giving the tailor "the reward he deserves" without naming it; the production leaves the sentence unspecified rather than inventing a penalty.
  • Legal procedure: the arrest, jailing, and trial are modeled as decisive interventions of authority, not as a full procedural simulation of court process.
  • Cross-play context: strict local isolation. Every link stays within this play's directory.
33 · reference warrant

Encoding.

Source to constraint, per file.

updated: 2026-06-13

34 · download artifact

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