grimm · khm_150_old_beggar_woman
khai plays · a playbook

The Old Beggar-Woman.

Grimm
00 · the play synopsis

Synopsis.

Name

The Old Beggar-Woman.

Arc

Eine alte Bettelfrau gerät am Feuer in Brand, und ein Knabe sieht zu, ohne zu löschen.

Stakes

Wie ein bloßes Zusehen ohne Eingreifen die Schwelle zur Schuld überschreitet und die Frage offenbleibt, ob Wasser oder doch wenigstens Tränen das Feuer hätten löschen müssen.

Estate

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01 · plots editorial

Plots.

Plot 1: Das Betteln

Eine alte Bettelfrau geht umher und bettelt; reicht man ihr ein Almosen, so spricht sie: „Gott lohne es dir.“

Plot 2: Die Einladung ans Feuer

An einer Tür steht ein Knabe, ein freundlicher Schelm, der sich am Feuer wärmt und die Alte heißt: „Komm, altes Mütterchen, und wärme dich.“

Plot 3: Die unbeantwortete Frage

Die Alte tritt zu nah ans Feuer, ihre alten Lumpen fangen an zu brennen, der Knabe sieht es und löscht es nicht - und die Erzählung bricht in Fragen ab.

02 · plot editorial

Das Betteln.

Cue

Eine alte die Bettelfrau geht von Tür zu Tür und hält die Hand auf.

Action

Sie bettelt umher, und wer ihr ein Almosen reicht, dem dankt sie demütig mit den immer gleichen Worten: „Gott lohne es dir.“

Tension

Die alte Frau besitzt nichts als ihren Segensspruch, den sie für jede Gabe zurückgibt, ob sie nun reichlich oder kärglich bedacht wird.

03 · plot editorial

Die Einladung ans Feuer.

Cue

An einer Tür steht ein der Knabe, ein freundlicher Schelm, und wärmt sich.

Action

Als die Alte herankommt, sieht er, wie sie an der Tür steht und friert, und ruft ihr gutherzig zu: „Komm, altes Mütterchen, und wärme dich.“

Tension

Die Gutherzigkeit des Knaben öffnet der Alten die Tür zur Wärme, und gerade diese Freundlichkeit führt sie an die Gefahr heran.

04 · plot editorial

Die unbeantwortete Frage.

Cue

Die Alte tritt zum Feuer und stellt sich, ohne es zu merken, zu nah heran.

Action

Ihre alten die Lumpen fangen an zu brennen, und der der Knabe sieht es wohl, doch er löscht es nicht - und die Erzählung bricht in die Fragen ab, ob er nicht das Wasser hätte haben sollen, es zu löschen, und hätte er keines, ob er nicht hätte weinen sollen, daß zwei Bächlein über die Wangen liefen.

Stage

Der Platz dicht am Herd in der die Stube.

Tension

Das Feuer kriecht in die Lumpen, der Knabe schaut zu, und die Geschichte verweigert jeden Ausgang und läßt allein die fragende Stimme des Erzählers zurück.

06 · pitch editorial

das stockende Grauen.

Tenor

Das stockende Grauen. Nicht das Feuer als laute Katastrophe, sondern der eine angehaltene Augenblick: die Flamme greift in die alten Lumpen, der Knabe sieht es, und seine Hand rührt sich nicht. Eben noch war er ein freundlicher Schelm, der die Alte hereinbat; nun steht er still, und mit ihm steht die Zeit. Gespielt wird in der Tonlage des Atemanhaltens vor einem Unglück, das man noch wenden könnte und in dem keiner sich rührt: das Wasser steht bereit, die Tränen wären zur Hand, und nichts geschieht.

Undertow

Unter dem Grauen liegt die Untätigkeit, die kein lauter Frevel ist, nur ein Nichtgreifen. Der Knabe tut nichts Böses; er tut nur nichts, und das wird hier zur schwersten Tat. Das hält die Tonart davon ab, in bloßes Feuerschrecken zu kippen: das Entsetzliche ist nicht die Flamme, sondern die Ruhe daneben, das Zusehen, das die Schwelle zur Schuld überschreitet, ohne einen Finger zu krümmen. Unter dem Grauen kriecht der Ekel vor der eigenen Reglosigkeit hervor.

Nerve

Getroffen wird die Beklemmung des Zusehenden, der wüsste, was zu tun ist, und es nicht tut: das Gefühl, vor einem Brand zu stehen, das Wasser in Reichweite, und doch wie festgewachsen zu bleiben, bis es zu spät ist. Die Frage, die nicht losgeht: hätte Wasser, oder doch wenigstens Tränen, dies löschen müssen. Es spielt für das Erschrecken vor der eigenen Hand, die sich nicht hebt.

Echo

Was bleibt, ist die offene Frage, in die die Erzählung abbricht, und das Bild der brennenden Alten, die „Gott lohne es dir“ gesagt hat. Kein gelöschtes Feuer, kein Trost, nur das Stocken und das Schweigen danach. Der Nachgeschmack ist die Last des Unterlassenen: das Wissen, dass Schuld nicht nur in dem wohnt, was man tut, sondern in dem, was man geschehen lässt.

08 · persona editorial

der Knabe.

Projection

Ein freundlicher Schelm, der an einer Tür steht und sich am Feuer wärmt.

Action

Er heißt die Alte gutherzig herankommen und sich wärmen, sieht dann, wie ihre Lumpen brennen, und löscht es dennoch nicht, sondern bleibt untätig stehen.

Shadow

Hinter der Gutmütigkeit, mit der er die Alte einlädt, verbirgt sich die Starre des bloßen Zuschauers, der das Unglück sieht und nicht eingreift.

Tell

Das warme Willkommen am Anfang und der reglose, schweigende Blick auf die brennenden Lumpen, der die Frage des Erzählers heraufbeschwört.

09 · persona editorial

die Bettelfrau.

Projection

Eine alte, mittellose Frau, die in zerschlissenen Lumpen umherzieht und von Tür zu Tür um Almosen bittet.

Action

Sie bettelt umher, dankt für jede Gabe mit „Gott lohne es dir“, folgt der Einladung des Knaben ans Feuer und tritt, ohne es zu merken, zu nah heran, sodass ihre Lumpen Feuer fangen.

Shadow

Ihre Bedürftigkeit und Gebrechlichkeit machen sie blind für die Gefahr des Feuers, dem sie sich aus bloßem Verlangen nach Wärme ausliefert.

Tell

Die ausgestreckte Hand, der demütige Segensspruch auf den Lippen und die alten Lumpen, die schon zu schwelen beginnen, ehe sie es spürt.

11 · place editorial

die Stube.

Shown

Die warme Stube hinter der Tür, in der das Feuer auf dem Herde brennt.

Offers

Die Wärme des Feuers, zu der der Knabe die frierende Alte einlädt.

Withheld

Sie verschweigt die Gefahr der Nähe zum Feuer und hält kein Wasser bereit, das die brennenden Lumpen löschen könnte.

12 · place editorial

die Türschwelle.

Shown

Die Tür eines Hauses, an die die Bettelfrau auf ihrem Weg gelangt und an der der Knabe steht.

Offers

Den Ort der Begegnung, an dem das Almosen erbeten und die Einladung ins Warme ausgesprochen wird.

Withheld

Die Schwelle selbst bietet keine Wärme; sie ist nur der Übergang, an dem die Alte noch fröstelnd verweilt.

14 · piece editorial

das Feuer.

Load bearing

Stellt die Wärme dar, die einlädt, und zugleich die Gefahr, die unbemerkt in die Lumpen kriecht.

Apparent

Das auf dem Herde brennende Feuer, an dem sich der Knabe wärmt und zu dem er die Alte heranruft.

Yearbook

Das Feuer ergreift die zu nah gehaltenen Lumpen der Alten und brennt ungelöscht weiter, da niemand es stillt.

15 · piece editorial

das Wasser.

Load bearing

Stellt das nie herbeigeholte Mittel der Rettung dar, nach dem allein die Frage des Erzählers verlangt.

Apparent

Das Wasser, das die brennenden Lumpen hätte löschen können, und an dessen Statt nur Tränen genannt werden.

Yearbook

Das Wasser bleibt ungenannt und ungeholt; es erscheint allein in der Frage, ob der Knabe nicht welches hätte haben sollen.

16 · piece editorial

die Lumpen.

Load bearing

Stellt die ärmliche, schutzlose Hülle der Alten dar, die zugleich zum Zunder am Feuer wird.

Apparent

Die alten, zerschlissenen Kleider der Bettelfrau, die sie um den frierenden Leib trägt.

Yearbook

Die Lumpen fangen am Feuer Feuer und brennen, ohne dass die Alte es merkt oder der Knabe es löscht.

18 · position editorial

der Untätige.

Has

Die Rolle des Zuschauers, der das Unglück sieht und doch die Hand nicht rührt.

Orders

Lädt zunächst gutherzig ein, verharrt dann aber im bloßen Schauen, ohne zu handeln.

Loses

Verliert in der Untätigkeit die Unschuld des freundlichen Schelms und lädt die Frage nach seiner Schuld auf sich.

Drives

Handelt aus anfänglicher Gutmütigkeit, erstarrt jedoch in einer Tatenlosigkeit, die das Feuer ungehindert wirken lässt.

19 · position editorial

die Bittende.

Has

Die Haltung der demütig Bittenden, die nichts besitzt als die ausgestreckte Hand und den Segensspruch.

Orders

Begehrt ein Almosen und die Wärme des Feuers und überlässt sich der Güte der anderen.

Loses

Verliert in ihrer Bedürftigkeit das Gespür für die Gefahr und schließlich den Schutz der eigenen Lumpen, die in Brand geraten.

Drives

Handelt aus Armut, Frost und dem schlichten Verlangen nach Wärme und einer milden Gabe.

21 · process editorial

das Betteln.

Direction

Das Umhergehen von Tür zu Tür und das Bitten um ein Almosen bei denen, die ihr begegnen.

Lever

Die ausgestreckte Hand und der demütige Segensspruch „Gott lohne es dir“, den sie für jede Gabe zurückgibt.

Echo

Die Einladung des Knaben, der die Frierende ans Feuer ruft, statt sie nur mit einer Gabe zu bedenken.

22 · process editorial

das Entzünden.

Direction

Das unbemerkte Übergreifen des Feuers auf die alten Lumpen, als die Alte sich zu nah an den Herd stellt.

Lever

Die trockenen, zerschlissenen Lumpen, die der Wärme zu nah kommen und zum Zunder werden.

Echo

Das Brennen, das ungelöscht weiterwirkt, weil der Knabe es sieht und doch die Hand nicht rührt.

24 · plan editorial

die Löschung.

Direction

Der Knabe sieht die Lumpen der Alten in Brand geraten. Er hätte Wasser herbeiholen sollen, die Flammen zu löschen; und fehlte ihm das Wasser, hätte er weinen sollen, daß zwei Bächlein über die Wangen liefen. Beides bleibt ungetan, und das Vorhaben verharrt im bloßen Zusehen.

Orders

  1. Das angehende Feuer in den Lumpen der Alten wahrnehmen.
  2. Wasser herbeiholen, die Flammen zu löschen.
  3. Fehlt das Wasser, in Tränen ausbrechen, daß sie das Feuer löschten.
  4. Auf jede Weise eingreifen, ehe die Lumpen ganz verbrennen.

Implementation

  • Der Plan beruht auf dem unverzüglichen Handeln in dem Augenblick, da das Feuer in die Lumpen kriecht.
  • Das Wasser als handgreifliches Mittel, die Tränen als das letzte, das selbst dem Mittellosen bleibt.
  • Doch nichts davon geschieht: das Vorhaben bleibt eine bloße Frage des Erzählers.

Targets

  • [ ] Das Anbrennen der Lumpen rechtzeitig bemerken
  • [ ] Wasser herbeischaffen, um zu löschen
  • [ ] Bei fehlendem Wasser wenigstens weinen
  • [ ] Das Verbrennen der Alten verhindern

25 · reference warrant

Line Of Work.

Staging Die alte Bettelfrau (KHM 150) as a study of the bystander's guilt: the threshold where merely watching a harm unfold becomes complicity. The production models the contrast between the boy's opening kindness (inviting the cold woman to the fire) and his failed mercy (seeing her rags catch and doing nothing), preserving the tale's unresolved, conscience-pricking fragment rather than supplying an ending.

26 · reference warrant

Origin.

Jacob and Wilhelm Grimm's Kinder- und Hausmärchen (1812-1857), tale KHM 150, in the definitive 7th edition of 1857.

Source Key Work / Event Scope
Brothers Grimm Kinder- und Hausmärchen, KHM 150 The fragmentary tale "Die alte Bettelfrau" of the beggar and the fire.
27 · reference warrant

Restrictions.

What the production refuses to model, and to whom it delegates.

  • The woman's fate: the tale breaks off before any resolution; the production keeps the fragment open and supplies no ending, only the narrator's questions.
  • Physics of combustion: the rags catching alight are treated as a single state transition triggered by proximity, not a modeled fire dynamic.
  • Cross-play context: strict local isolation. Every link stays within this play's directory.
28 · reference warrant

Encoding.

Source to constraint, per file.

updated: 2026-06-13

29 · download artifact

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Includes the play configuration and all staged elements.

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