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khai plays · a playbook

The Two Travellers.

Grimm
00 · the play synopsis

Synopsis.

Name

The Two Travellers.

Arc

Ein gütiger Schneider wird vom grausamen Schuster geblendet, doch dankbare Tiere erheben ihn zum Königsschwiegersohn.

Stakes

Wie tätige Güte und die ungerechnete Großzügigkeit gegen alle Boshaftigkeit bestehen, weil sie sich die Dankbarkeit der ganzen Schöpfung verdient, während die kalte Grausamkeit am Ende ihr eigenes Werkzeug gegen sich gerichtet sieht.

Estate

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01 · plots editorial

Plots.

Plot 1: Die ungleiche Wanderschaft

Der heitere Schneider und der mürrische Schuster ziehen gemeinsam über die Landstraße, wobei der Schneider seinen Verdienst freigebig teilt.

Plot 2: Die Blendung im Wald

Im großen Wald geht dem Schneider das Brot aus, und der Schuster erkauft sich mit jedem Bissen ein Auge des Verhungernden, ehe er ihn blind am Galgen zurücklässt.

Plot 3: Der heilende Tau

Der Tau der beiden Gehängten benetzt die Augenhöhlen des Schneiders und schenkt ihm das Augenlicht zurück.

Plot 4: Die dankbaren Tiere

Der Schneider verschont Fohlen, Storch, junge Enten und Bienen, und jedes Geschöpf gelobt ihm in der Not seine Hilfe.

Plot 5: Die unmöglichen Aufgaben

Am Hof verleumdet der neidische Schuster den Schneider, der vier unmögliche Aufgaben lösen muss und sie mit der Hilfe der Tiere allesamt besteht.

Plot 6: Die Hochzeit

Der Storch trägt einen Königssohn herbei, und der Schneider erhält die älteste Königstochter zur Frau.

Plot 7: Das Ende des Schusters

Der verbannte Schuster gelangt zum Galgen, wo zwei Krähen ihm die Augen aushacken, und er verirrt sich verhungernd im Wald.

02 · plot editorial

Das Ende des Schusters.

Cue

Der verleumderische Schuster wird vom Hof verbannt und irrt davon.

Action

der Schuster gelangt zum Galgen und legt sich darunter nieder. Da vollziehen die Krähen die Vergeltung und hacken ihm beide Augen aus, sodass er blind in den Wald läuft und dort verhungert.

Stage

Der der Galgen, wo einst die Untat geschah.

Tension

Die Grausamkeit kehrt an den Ort ihres Ursprungs zurück, und der Verräter erleidet eben das Los, das er dem Schneider zugedacht hatte.

03 · plot editorial

Der heilende Tau.

Cue

Der blinde Schneider verbringt die Nacht unter den beiden Gehängten.

Action

Über dem Schneider hängen die Gehängten, von deren Leibern der Tau niederfällt. Als der Schneider seine leeren Augenhöhlen damit bestreicht, vollzieht sich die Heilung, und er sieht wieder klarer als zuvor.

Stage

Der einsame der Galgen am Rande des Waldes.

Tension

Aus dem Ort des Todes und der Verdammnis erwächst dem Schuldlosen unverhofft die Gnade des wiedergewonnenen Augenlichts.

04 · plot editorial

Die Blendung im Wald.

Cue

Im großen Wald geht dem Schneider am dritten Tag das Brot aus.

Tension

Die kalte Berechnung des Schusters treibt die Großmut des Schneiders bis an den Rand des Todes und der völligen Finsternis.

05 · plot editorial

Die dankbaren Tiere.

Cue

Der wieder sehende Schneider wandert weiter und trifft auf hilfsbedürftige Geschöpfe.

Tension

Jede kleine Tat des Erbarmens sät unscheinbar den Beistand, der den Schneider später aus tödlicher Bedrängnis erretten wird.

06 · plot editorial

Die Hochzeit.

Cue

Der König stellt die letzte und schwerste Aufgabe: einen Königssohn herbeizuschaffen.

Tension

Die unbeirrte Güte des Schneiders findet ihren vollen Lohn, als der letzte Beweis ihn zum Schwiegersohn des Königs erhebt.

07 · plot editorial

Die ungleiche Wanderschaft.

Cue

Zwei Handwerker treffen auf der Straße zusammen und beschließen, gemeinsam zu ziehen.

Tension

Die unbekümmerte Großmut des Schneiders kontrastiert mit dem berechnenden Geiz des Schusters, dessen wahre Bosheit noch verborgen bleibt.

08 · plot editorial

Die unmöglichen Aufgaben.

Cue

Beide werden Hofhandwerker, und der alte Hass des Schusters flammt wieder auf.

Tension

Jede Bosheit des Schusters wird zur Gelegenheit, in der die eingelöste Dankbarkeit der Tiere ein neues Wunder vollbringt.

10 · pitch editorial

der Ekel.

Tenor

Ein Handel, vor dem es einen schaudert: Hunger, der zum Werkzeug wird, und ein Mensch, der die Not des andern ausnutzt, um ihm das Augenlicht abzukaufen, ein Auge für ein Stück Brot. Das Spiel hält ganz nah heran an das Unstatthafte, an das Messer und die ausgehöhlten Augenhöhlen, und zwingt zum Hinsehen.

Undertow

Unter dem Ekel zuckt das Mitleid mit dem Verhungernden, der einwilligt, weil er sonst stirbt, und der lieber blind weiterlebt als satt zugrunde geht. Der Abscheu vor der Tat ist durchsetzt vom Schmerz um das Opfer, das seine eigene Verstümmelung mit aushandeln muß.

Nerve

Den Zuschauer überkommt das Zurückschrecken: das Würgen vor der kalten Berechnung des Schusters, vor jedem Bissen, der ein Auge kostet, und vor dem Bild des Geblendeten, der am Galgen sich selbst überlassen bleibt.

Echo

Was bleibt, ist der bittere Nachgeschmack des Handels: daß ein Mensch den Leib des andern zur Münze machte und ihn dann wegwarf, ein Frösteln, das auch der spätere Aufstieg des Schneiders nicht ganz fortspült.

11 · pitch editorial

der Heldenmut.

Tenor

Eine ungebrochene Güte, die sich durch keine Bosheit beirren läßt. Der Schneider teilt sein Brot, schont jedes Geschöpf, und selbst geblendet und am Galgen zurückgelassen verliert er den heiteren Mut nicht. Das Spiel feiert die tätige Großherzigkeit als eine Tapferkeit, die jede unmögliche Aufgabe besteht, weil sie sich die ganze Schöpfung zum Bundesgenossen gemacht hat.

Undertow

Unter dem Heldenmut liegt der Preis, der dafür gezahlt wird: zwei Augen, um zwei Bissen Brot erkauft, und die Blindheit im großen Wald. Der Mut ist nicht ungefährdet; er steht über einem Abgrund von Grausamkeit, und nur die Dankbarkeit der Verschonten zieht ihn wieder heraus.

Nerve

Den Zuschauer ergreift die feurige Anteilnahme am Aufstieg des Geprüften: das Mitfiebern, ob die Bienenkönigin, die Ente und der Storch rechtzeitig zur Stelle sind, und das Aufrichten des Herzens, als jede unmögliche Aufgabe doch gelingt.

Echo

Was bleibt, ist die Gewißheit, daß die ungerechnete Großzügigkeit am Ende den Sieg davonträgt: der Schneider als Königsschwiegersohn, getragen von der Dankbarkeit aller, denen er Gutes tat.

13 · persona editorial

das Fohlen.

Projection

Ein braunes Fohlen auf der Wiese, das später zu einem stattlichen Kastanienpferd heranwächst, ein starkes und treues Geschöpf.

Action

Vom Schneider verschont, der es nicht reitet noch antreibt, gelobt es ihm seine Hilfe und stampft später als kräftiges Pferd den verlangten Brunnen aus dem Hof des Schlosses hervor.

Shadow

Sein Dank bindet seine wachsende Kraft an die Not des Schneiders, denn nur sein Huf vermag das Wasser dort hervorzubrechen, wo Menschenhand versagt.

Tell

Das mutwillige Springen des Fohlens und das machtvolle Stampfen des Pferdehufs, unter dem die Quelle aufspringt.

14 · persona editorial

der König.

Projection

Der Herrscher der Königsstadt, der seine Hofhandwerker beschäftigt und ihren Streit mit immer neuen, unmöglichen Aufgaben zu schlichten sucht.

Action

Er hört auf die Verleumdung des Schusters, stellt dem Schneider vier unlösbare Aufgaben um Krone, Schloss, Brunnen und Sohn, und gibt ihm schließlich seine älteste Tochter zur Frau.

Shadow

Seine Bereitschaft, der bösen Zunge des Schusters zu glauben, treibt den unschuldigen Schneider an den Rand des Verderbens, ehe sich die Wahrheit durch die vollbrachten Wunder erweist.

Tell

Das strenge Stirnrunzeln bei jeder neuen Aufgabe und das wachsende Staunen, als der Schneider eine Prüfung nach der anderen besteht.

15 · persona editorial

der Schneider.

Projection

Ein heiterer, freigebiger und gottvertrauender Schneider, der singend und springend durch die Welt zieht und mit jedem das Wenige teilt, das er besitzt.

Action

Er teilt freigebig sein Brot, verschont aus Mitleid Fohlen, Storch, Enten und Bienen, erträgt die Blendung durch den Schuster, gewinnt sein Augenlicht durch den Tau zurück und besteht am Hof mit der Hilfe der dankbaren Tiere alle Prüfungen.

Shadow

Seine bedingungslose Großzügigkeit macht ihn auf der Wanderschaft hilflos und verleitet ihn fast in den Hungertod, denn er rechnet nicht mit der Bosheit des Gefährten.

Tell

Das fröhliche Pfeifen und Springen, das offene Teilen des letzten Bissens und das geduldige Ausharren noch in der größten Not.

16 · persona editorial

der Schuster.

Projection

Ein mürrischer, geiziger und übelgesinnter Schuster, der mit saurem Gesicht durch die Welt zieht und nur für sich selbst sorgt.

Action

Er hortet sein Brot für sieben Tage, erkauft sich mit jedem Bissen ein Auge des verhungernden Schneiders, lässt ihn blind am Galgen zurück, verleumdet ihn später am Hof und endet selbst geblendet und verirrt.

Shadow

Seine berechnende Hartherzigkeit hält ihn zwar am Leben, doch dieselbe Kälte zieht ihm am Ende die eigene Strafe zu, als die Krähen ihm vergelten, was er dem Schneider antat.

Tell

Das stete Brummen und Murren, das misstrauische Festhalten am eigenen Vorrat und das hämische Feilschen um die Augen des Hungernden.

17 · persona editorial

der Storch.

Projection

Ein stelzender Storch auf der Wiese, ein langbeiniges Geschöpf, das nach altem Glauben die Kinder bringt.

Action

Vom Schneider verschont, der ihn ungestört seines Weges ziehen lässt, gelobt er ihm seine Hilfe und trägt zuletzt einen Königssohn an den Hof, um die letzte Aufgabe zu lösen.

Shadow

Sein Dank macht ihn zum Boten über Leben und Erfüllung, denn ohne das gebrachte Kind bliebe die letzte und schwerste Prüfung des Schneiders ungelöst.

Tell

Das Klappern des Schnabels, der bedächtige Stelzschritt und das weite Schweben mit dem Bündel im Schnabel.

18 · persona editorial

die Bienenkönigin.

Projection

Die Königin eines Bienenvolkes, das in einem hohlen Baum haust, ein kleines, fleißiges und kunstreiches Geschöpf.

Action

Vom Schneider verschont, der ihren Stock nicht ausraucht, gelobt sie ihm ihre Hilfe und lässt ihr Volk später aus Wachs ein vollkommenes Abbild des königlichen Schlosses bauen.

Shadow

Ihr Dank verpflichtet sie, in der Stunde der Not das ganze Volk zur kunstvollen Arbeit aufzubieten, deren Gelingen über das Leben des Schneiders entscheidet.

Tell

Das emsige Summen des Schwarms und das geschäftige Türmen winziger Wachszellen zum Schloss.

19 · persona editorial

die Ente.

Projection

Eine alte Ente mit ihren jungen Küken auf dem Teich, ein wasserkundiges und tauchgewandtes Geschöpf.

Action

Vom Schneider verschont, der ihre Jungen nicht fängt, gelobt sie ihm ihre Hilfe und holt später mit ihrem Volk die in den Teich gefallene Krone vom Grunde herauf.

Shadow

Ihr Dank verlangt von ihr und den Ihren das mühsame Tauchen in die Tiefe, ohne das die verlorene Krone für immer im Schlamm bliebe.

Tell

Das geschäftige Schnattern am Ufer und das wiederholte Untertauchen, bis das goldene Kleinod glänzend emporsteigt.

20 · persona editorial

die Gehängten.

Projection

Zwei arme Sünder, die am Galgen hängen, stumme Zeugen des Unrechts, deren Leiber in der Nacht von Tau überzogen werden.

Action

Sie hängen reglos über dem blinden Schneider, und der Tau, der von ihnen niederfällt und sich in der Schale unter dem Galgen sammelt, gibt ihm beim Bestreichen das Augenlicht zurück.

Shadow

Ihre eigene Verdammnis kann ihnen niemand nehmen, doch der heilende Tau ihrer Leiber wird unverhofft zum Mittel der Gnade für einen Schuldlosen.

Tell

Das leise Knarren der Stricke im Nachtwind und das stete Tropfen des Taues von den ausgestreckten Gliedern.

21 · persona editorial

die Königstochter.

Projection

Die älteste Tochter des Königs, der Lohn und Ziel der Mühen des Schneiders, eine schöne und gütige Braut.

Action

Sie wird dem Schneider zur Frau versprochen, nachdem er alle Aufgaben bestanden hat, und reicht ihm in der Königsstadt die Hand zur Hochzeit.

Shadow

Ihr Geschick liegt allein in der Hand des Vaters und seiner Aufgaben; erst die Treue und das Glück des Schneiders entscheiden über ihr gemeinsames Los.

Tell

Das hoffnungsvolle Warten am Hof und die freudige Zusage, als der letzte Beweis erbracht ist.

22 · persona editorial

die Krähen.

Projection

Zwei schwarze Krähen, die um den Galgen streichen, dunkle Vollstrecker einer ausgleichenden Gerechtigkeit.

Action

Als der verbannte Schuster sich am Galgen niederlegt, fliegen sie herab und hacken ihm beide Augen aus, sodass er blind und verzweifelt in den Wald läuft und dort verhungert.

Shadow

Ihr Werk ist kein eigener Plan, sondern die Heimzahlung der Tat, die der Schuster selbst dem Schneider unter eben diesem Galgen angetan hat.

Tell

Das heisere Krächzen über dem Galgenholz und das jähe Niederstoßen auf den schlafenden Frevler.

24 · place editorial

der Galgen.

Shown

Der einsame Galgen am Rande des Waldes, an dem zwei arme Sünder hängen und unter dem der blinde Schneider zurückgelassen wird.

Offers

Den heilenden Tau der Gehängten, der dem Schneider das Augenlicht zurückgibt, und am Ende die Vergeltung an seinem Peiniger.

Withheld

Dem Schuster verweigert derselbe Ort jede Gnade: wo er einst blendete, wird er von den Krähen geblendet und verstoßen.

25 · place editorial

der große Wald.

Shown

Der weite, undurchdringliche Wald, durch den kein Pfad in zwei Tagen führt, Schauplatz des Hungers, der Blendung und der verschonten Tiere.

Offers

Begegnung mit den hilfsbedürftigen Geschöpfen, die der Schneider verschont und die ihm ihre Dankbarkeit geloben.

Withheld

Der Wald gewährt dem Hungernden kein Brot und keinen Ausweg, sodass der Schneider dem grausamen Handel um seine Augen ausgeliefert ist.

26 · place editorial

der Teich.

Shown

Das stille Gewässer, auf dem die alte Ente mit ihren Küken schwimmt und in dessen Tiefe die verlorene Krone versinkt.

Holds

  • die Ente
  • Ihre jungen Küken, die unbehelligt im Schilf schwimmen.

Offers

Das tauchkundige Entenvolk, das dem Schneider die in den Schlamm gesunkene Krone vom Grunde wieder heraufholt.

Withheld

Dem Menschen verwehrt die Tiefe des Teiches jeden Zugriff; nur die verschonten Enten vermögen das goldene Kleinod zu bergen.

27 · place editorial

die Königsstadt.

Shown

Die Stadt mit dem königlichen Hof, an dem beide Handwerker Arbeit finden und der Streit vor den König getragen wird.

Offers

Den Schauplatz der Verleumdung, der unmöglichen Aufgaben und zuletzt der Hochzeit, die den Schneider zum Schwiegersohn des Königs erhebt.

Withheld

Dem verleumderischen Schuster verweigert der Hof am Ende jeden Bestand und stößt ihn in die Verbannung aus.

28 · place editorial

die Landstraße.

Shown

Die offene Straße über Land, auf der die beiden Handwerker wandern und von Stadt zu Stadt nach Arbeit ziehen.

Offers

Den gemeinsamen Weg und das Brot, das der Schneider sich ersingt und freigebig teilt, ehe der große Wald sie verschlingt.

Withheld

Die Landstraße verbirgt den wahren Charakter des Gefährten, dessen Bosheit sich erst fern der Menschen im Wald enthüllt.

30 · piece editorial

das Brot.

Load bearing

Stellt das Maß von Vorsorge und Vertrauen dar: der Schuster trägt Brot für sieben Tage, der Schneider nur für zwei.

Apparent

Der Vorrat an Brot in beiden Ranzen, der im großen Wald über Hunger, Leben und den grausamen Handel um die Augen entscheidet.

Yearbook

Das Brot des Schneiders ist am dritten Tag verzehrt; das gehortete Brot des Schusters wird zum Preis, mit dem er ihm die Augen abkauft.

31 · piece editorial

das Messer.

Load bearing

Stellt das Werkzeug der Grausamkeit dar, mit dem der Handel um das Brot in die Tat umgesetzt und der Schneider geblendet wird.

Apparent

Das scharfe Messer des Schusters, das er an dem Hungernden ansetzt, um ihm für jeden Bissen Brot ein Auge zu nehmen.

Yearbook

Das Messer vollbringt die Untat unter dem Galgen und bleibt das stumme Sinnbild des Verrats, den die Krähen am Ende vergelten.

32 · piece editorial

das Wachsschloss.

Load bearing

Stellt die zweite unmögliche Aufgabe dar: ein vollkommenes Abbild des königlichen Schlosses aus Wachs zu errichten.

Apparent

Das ganze Schloss in Wachs, mit allem, was darin und darum ist, von winzigen Zellen kunstvoll nachgebildet.

Yearbook

Die dankbaren Bienen türmen aus Wachs ein vollkommenes Abbild des Schlosses, das die zweite Prüfung des Schneiders besteht.

33 · piece editorial

der Tau.

Load bearing

Stellt das unverhoffte Mittel der Gnade dar, das aus dem Ort des Todes dem Schuldlosen das Augenlicht zurückgibt.

Apparent

Der nächtliche Tau, der von den beiden Gehängten niederfällt und sich in der Vertiefung des Galgenfußes sammelt.

Yearbook

Der Schneider bestreicht seine leeren Augenhöhlen mit dem Tau und sieht wieder, klarer und besser als zuvor.

34 · piece editorial

die Krone.

Load bearing

Stellt die erste unmögliche Aufgabe dar, die der König dem verleumdeten Schneider auferlegt.

Apparent

Die goldene Krone des Königs, die in den tiefen Teich gefallen und im Schlamm des Grundes versunken ist.

Yearbook

Das dankbare Entenvolk taucht in die Tiefe und holt die glänzende Krone wieder herauf, sodass die erste Prüfung bestanden ist.

36 · position editorial

der Grausame.

Has

Die Haltung kalter Berechnung und neidischer Hartherzigkeit, die jeden Vorteil ausnutzt und keine Hilfe ohne Gegenleistung kennt.

Orders

Fordert für jeden Bissen einen Preis und für jeden Dienst eine Unterwerfung, selbst um den Preis der Augen des anderen.

Loses

Verliert am Ende durch dieselbe Grausamkeit das eigene Augenlicht und das Leben, weil die Untat unter dem Galgen heimgezahlt wird.

Drives

Handelt aus Geiz, Neid und Bosheit, die den Verräter blind für die Vergeltung machen, die ihm bereitet ist.

37 · position editorial

der Gütige.

Has

Die Haltung tätiger Güte und ungerechneter Freigebigkeit, die ohne Berechnung gibt, teilt und verschont.

Orders

Verlangt, das Wenige zu teilen und das schwache Geschöpf zu schonen, auch wenn kein Vorteil daraus erwächst.

Loses

Verliert auf der Wanderschaft Brot, Vorrat und beinahe das Augenlicht, weil die Großmut sich gegen die Bosheit nicht wehrt.

Drives

Handelt aus Mitleid und Gottvertrauen, was am Ende die Treue der ganzen Schöpfung als Lohn herbeiruft.

38 · position editorial

der Richter.

Has

Die Macht des Herrschers, Streit zu schlichten, Aufgaben aufzuerlegen und über Lohn und Strafe seiner Untertanen zu verfügen.

Orders

Verlangt von den streitenden Handwerkern Beweise und stellt dem Verleumdeten eine unmögliche Prüfung nach der anderen.

Loses

Verliert beinahe den unschuldigen Schneider an das eigene voreilige Urteil, ehe die vollbrachten Wunder die Wahrheit erzwingen.

Drives

Handelt aus dem Bedürfnis nach Ordnung am Hof, gibt zuletzt aber dem erwiesenen Verdienst Tochter und Reich.

39 · position editorial

die Dankbaren.

Has

Die Rolle der verschonten Geschöpfe und ausgleichenden Mächte, die das empfangene Erbarmen treulich zurückzahlen.

Orders

Verlangt, in der Stunde der Not herbeizueilen und mit der eigenen Gabe zu vollbringen, was Menschenhand versagt.

Loses

Verliert nichts als die eigene Ruhe, die sie willig der Rettung des Wohltäters oder der Heimzahlung des Frevlers opfert.

Drives

Handelt aus Dankbarkeit, Treue und ausgleichender Gerechtigkeit, die gute Tat belohnend und die böse vergeltend.

41 · process editorial

die Blendung.

Direction

Das hämische Feilschen um Brot gegen Augen: für jeden Bissen nimmt der Schuster dem Verhungernden mit dem Messer ein Auge.

Lever

Der Hunger des Schneiders und das gehortete Brot des Schusters, das er nur um den grausamen Preis hergibt.

Echo

Der blind am Galgen zurückgelassene Schneider, dessen Verzweiflung den Weg zur unverhofften Heilung durch den Tau bereitet.

42 · process editorial

die Heilung.

Direction

Das Niederfallen des nächtlichen Taues von den Leibern der Gehängten, mit dem der Blinde seine Augenhöhlen bestreicht.

Lever

Die heilende Kraft des Taues, der sich am Galgenfuß sammelt und dem Schuldlosen das Augenlicht zurückgibt.

Echo

Der wieder sehende Schneider, der gestärkt und besseren Auges aufbricht und den verschonten Tieren begegnet.

43 · process editorial

die Vergeltung.

Direction

Das Niederstoßen der beiden Krähen auf den schlafenden Schuster, denen sie ihm beide Augen aushacken.

Lever

Die ausgleichende Gerechtigkeit, die dem Frevler unter eben dem Galgen heimzahlt, wo er einst den Schneider blendete.

Echo

Der geblendete Schuster, der sich verzweifelt in den Wald verirrt und dort verhungert, von niemandem mehr gesehen.

44 · process editorial

die Verleumdung.

Direction

Das neidische Einflüstern des Schusters, der dem König weismacht, der Schneider rühme sich, jede unmögliche Aufgabe lösen zu können.

Lever

Der alte Hass des Schusters und das willige Ohr des Königs, der den prahlerischen Worten Glauben schenkt.

Echo

Die Kette der unmöglichen Aufgaben, die dem Schneider auferlegt werden und die er nur mit der Hilfe der Tiere besteht.

45 · process editorial

die Wanderschaft.

Direction

Das gemeinsame Ziehen der ungleichen Handwerker über Land, Arbeit und Brot suchend, bis der große Wald sich vor ihnen auftut.

Lever

Die Freigebigkeit des Schneiders, der sein Brot ersingt und teilt, gegen den Geiz des Schusters, der für sieben Tage hortet.

Echo

Die wachsende Ungleichheit der Vorräte, die im Wald über Leben und Tod des Schneiders entscheiden wird.

47 · plan editorial

die Prüfungen.

Direction

Der verleumdete Schneider tritt jeder unmöglichen Aufgabe nicht mit eigener Kraft, sondern mit der gelobten Hilfe der Tiere entgegen. Für die Krone ruft er die Enten, für das Wachsschloss die Bienen, für den Brunnen das Pferd und für den Königssohn den Storch.

Orders

  1. Die in den Teich gefallene Krone durch das dankbare Entenvolk bergen lassen.
  2. Das Abbild des Schlosses aus Wachs durch die dankbaren Bienen errichten lassen.
  3. Den Springbrunnen im Hof durch den Huf des dankbaren Pferdes hervorstampfen lassen.
  4. Den geforderten Königssohn durch den dankbaren Storch herbeitragen lassen.
  5. Die älteste Königstochter zur Frau empfangen, nachdem alle Beweise erbracht sind.

Implementation

  • Der Plan beruht nicht auf der Geschicklichkeit des Schneiders, sondern auf der eingelösten Dankbarkeit der verschonten Geschöpfe.
  • Jede Aufgabe wird der einen Gabe des Tieres zugeordnet, das allein sie zu vollbringen vermag.
  • Die unbeirrte Güte der Wanderschaft erweist sich als das eigentliche Werkzeug, das in der Not zur Hilfe wird.

Targets

  • [ ] Die Enten rufen und die verlorene Krone aus dem Teich bergen lassen
  • [ ] Die Bienen rufen und das Wachsschloss errichten lassen
  • [ ] Das Pferd rufen und den Springbrunnen im Hof hervorstampfen lassen
  • [ ] Den Storch rufen und einen Königssohn herbeitragen lassen
  • [ ] Die älteste Königstochter zur Frau gewinnen

48 · reference warrant

Line Of Work.

Staging Die beiden Wanderer (KHM 107) as an illustration of how active, uncalculated generosity prevails over cold cruelty. The production models the contrast between the merry tailor, who shares his bread and spares every creature, and the ill-tempered shoemaker, who hoards seven days' bread and buys the tailor's eyes for crumbs. The grateful animals the tailor spares become the instruments that solve the king's impossible tasks and raise him to the throne, while the slanderer's own knife-work returns to him under the gallows.

49 · reference warrant

Origin.

Jacob and Wilhelm Grimm's Kinder- und Hausmärchen (1812-1857), tale KHM 107, declared in German as Die beiden Wanderer, in the definitive 7th edition of 1857.

Source Key Work / Event Scope
Brothers Grimm Kinder- und Hausmärchen, KHM 107 The canonical tale of the generous tailor and the cruel shoemaker.
50 · reference warrant

Restrictions.

What the production refuses to model, and to whom it delegates.

  • Medical detail of the blinding and healing: the loss and restoration of the tailor's sight are treated as narrative state transitions, not as anatomy or physiology; the dew of the gallows is a token of grace, not a remedy.
  • Animal behaviour: the duck's diving, the bees' wax-work, the horse's stamping, and the stork's errand are modeled as the discharge of a promised debt, not as biological capability.
  • Cross-play context: strict local isolation. Every link stays within this play's directory.
51 · reference warrant

Encoding.

Source to constraint, per file.

updated: 2026-06-13

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