grimm · khm_078_grandfather_and_grandson
khai plays · a playbook

The Old Man and His Grandson.

Grimm
00 · the play synopsis

Synopsis.

Name

The Old Man and His Grandson.

Arc

Ein verstoßener Großvater kehrt an den Tisch zurück, als das Kind den Eltern ihren Hochmut vorbaut.

Stakes

Wie ein achtloses Wort und ein verächtlicher Blick im Kind zum Maßstab werden und die Eltern lehren, dass sie selbst geerntet werden, wie sie säen.

Estate

khai-plays-grimm: the repository that holds this production and answers for it.

01 · plots editorial

Plots.

Plot 1: Das Zittern

Der Großvater ist so schwach geworden, dass ihm die Hände zittern und er beim Essen Speise und Trank verschüttet.

Plot 2: Der Winkel

Aus Ekel verbannen ihn Sohn und Schwiegertochter hinter den Ofen, wo ihm die irdene Schüssel zerbricht und er gescholten wird.

Plot 3: Das Tröglein

Der kleine Enkel fügt am Boden Hölzchen zusammen und sagt, er baue ein Tröglein für Vater und Mutter, wenn er groß ist.

Plot 4: Die Heimkehr

Die beschämten Eltern weinen, holen den Großvater an den Tisch zurück und schweigen fortan, wenn er etwas verschüttet.

02 · plot editorial

Das Tröglein.

Cue

der Enkel sitzt am Boden und fügt kleine Hölzchen zusammen.

Action

Als der Sohn das Kind fragt, was es da mache, antwortet es treuherzig, es baue das Tröglein, daraus Vater und Mutter essen sollen, wenn es groß ist. Das schlichte Wort hält den Eltern ihr eigenes Tun am Großvater vor.

Stage

Der Boden von die Stube, nahe dem Tisch.

Tension

Das arglose Spiel des Kindes wird zum Spiegel, in dem die Eltern ihr künftiges Los erblicken.

03 · plot editorial

Das Zittern.

Cue

der Großvater ist steinalt geworden, und die Familie setzt sich zu Tische.

Action

Dem alten Mann sind die Augen trüb, die Ohren taub und die Knie zittrig. Bei der Mahlzeit kann er den Löffel kaum halten, sodass ihm die Brühe über das Tischtuch läuft und aus dem Munde tropft. der Sohn und die Schwiegertochter sehen es mit Verdruss.

Tension

Die wehrlose Gebrechlichkeit des Großvaters erregt nicht das Mitleid, sondern den Ekel der Seinen.

04 · plot editorial

Der Winkel.

Action

Sie setzen der Großvater hinter den Ofen und reichen ihm karge Kost in die irdene Schüssel. Seinen zittrigen Händen entgleitet die Schüssel und zerbricht; die Schwiegertochter schilt ihn, doch er seufzt nur. Darauf kaufen sie ihm die hölzerne Schüssel, daraus er nun essen muss.

Tension

Die Verstoßung des alten Mannes nimmt ihm Platz, Schüssel und Achtung, ohne dass er sich wehrt.

05 · plot editorial

Die Heimkehr.

Action

Die Eltern sehen einander an, fangen an zu weinen und schämen sich. Sogleich holen sie der Großvater wieder an den Tisch und lassen ihn fortan immer mitessen; und sagen auch nichts mehr, wenn er ein wenig verschüttet.

Tension

Die Reue verwandelt die Härte in Barmherzigkeit, und dem Alten wird sein Platz und seine Würde zurückgegeben.

07 · pitch editorial

der Kummer.

Tenor

Der Kummer. Das stille Weh des alten Mannes, dem die Hände zittern und der dafür in den Winkel verbannt wird, als wäre Altsein eine Schuld. Kein Schrei, nur ein gebücktes Hinnehmen am kalten Ofen. Gespielt wird im leisen, schweren Ton der Lieblosigkeit gegen die Schwachen, in der gesprungenen Schüssel, im Essen aus dem hölzernen Napf, das wie eine tägliche kleine Verstoßung schmeckt.

Undertow

Unter dem Kummer liegt die stumme Anklage des Kindes. Der Enkel klagt nicht, er baut: ein Tröglein für Vater und Mutter, wenn er groß ist. In diesem schlichten Satz unter der Traurigkeit liegt die ganze Drohung der Vergeltung, die das Herz der Eltern trifft. Sie hält den Ton davon ab, in bloße Wehmut zu zerfließen; der Kummer hat eine Lehre, die zurückschlägt.

Nerve

Getroffen wird die Scham, die im Bauch zieht, wenn man die eigene Härte im Kind wiedererkennt. Das Gefühl, dass man erntet, wie man sät, und das Erschrecken über die Selbstverständlichkeit, mit der das Kleine nachahmt, was die Großen ihm vorleben.

Echo

Was bleibt, ist der Großvater, der wieder am Tisch sitzt, und das Schweigen, das fortan jedes verschüttete Tröpfchen umgibt. Der Nachgeschmack ist die spät erkannte Reue: kein Triumph, nur die leise Erleichterung, dass man die Kette der Lieblosigkeit gerade noch zerbrochen hat, ehe sie sich weitervererbte.

09 · persona editorial

der Enkel.

Projection

Ein vierjähriges Kind, das am Boden sitzt und arglos kleine Hölzchen zusammenfügt, ohne Groll und ohne Falsch.

Action

Es sammelt Hölzer und baut daran; auf die Frage der Eltern antwortet es, es mache ein Tröglein, daraus Vater und Mutter essen sollen, wenn es groß ist.

Shadow

Sein unschuldiges Spiel wird zum Spiegel, der den Eltern ihre eigene künftige Behandlung vorhält und sie umkehren lässt.

Tell

Das emsige Fügen der Hölzchen am Boden und das schlichte, treuherzige Wort, das die Eltern ins Herz trifft.

10 · persona editorial

der Großvater.

Projection

Ein steinalter Mann, dem die Augen trüb geworden, die Ohren taub und die Knie zittrig sind, und dem beim Essen die Hände beben.

Action

Er verschüttet Speise und Trank, wird hinter den Ofen verbannt, lässt die irdene Schüssel fallen, seufzt unter dem Schelten und kehrt am Ende wieder an den Tisch der Familie zurück.

Shadow

Seine Gebrechlichkeit macht ihn in den Augen der Seinen zur Last, die man lieber aus den Blicken schafft, als sie zu ehren.

Tell

Das Zittern der Hände, das Verschütten der Brühe auf das Tischtuch und das stille, klaglose Seufzen, wenn man ihn schilt.

11 · persona editorial

der Sohn.

Projection

Der erwachsene Sohn des Großvaters, dem die Schwäche des alten Vaters ein Ekel ist und der ihn lieber nicht mehr am Tische sieht.

Action

Er verbannt den Großvater mit seiner Frau hinter den Ofen, reicht ihm karge Kost in einem Schüsselchen und holt ihn erst nach den Worten des Enkels weinend wieder zurück.

Shadow

Sein Überdruss an dem gebrechlichen Vater verkehrt sich in Scham, als er im Spiel des Kindes sein eigenes künftiges Los erblickt.

Tell

Das verdrießliche Wegblicken vom verschütteten Tisch und die Tränen, die ihm und seiner Frau bei den Worten des Kindes kommen.

12 · persona editorial

die Schwiegertochter.

Projection

Die Frau des Sohnes, der das Sabbern und Verschütten des alten Mannes zuwider ist und die ihn mit scharfer Zunge schilt.

Action

Sie hilft, ihn hinter den Ofen zu setzen, schilt ihn, als ihm die irdene Schüssel zerbricht, kauft ihm eine hölzerne Schüssel und weint zuletzt mit dem Sohn vor Scham.

Shadow

Ihre Verachtung trifft den Wehrlosen, bis das Kind ihr vorhält, dass dasselbe einst auch ihr widerfahren könnte.

Tell

Das Rümpfen der Nase über den Großvater, das laute Schelten über die zerbrochene Schüssel und das beschämte Schweigen am Ende.

14 · place editorial

der Winkel.

Shown

Der dunkle Winkel hinter dem Ofen, abseits des Tisches, in den der gebrechliche Großvater verbannt wird.

Offers

Einen abgesonderten Platz, an dem der alte Mann aus den Augen der Seinen gesetzt ist und seine karge Kost allein zu sich nimmt.

Withheld

Hier fehlen ihm die Gemeinschaft des Tisches, das warme Mahl und die Achtung der Familie, bis er zurückgeholt wird.

15 · place editorial

die Stube.

Shown

Die Wohnstube der Familie mit dem gedeckten Tisch, an dem gegessen wird, und dem Boden, auf dem das Kind spielt.

Offers

Den gemeinsamen Tisch der Familie, an dem ein jeder seinen Platz und seine Würde haben sollte.

Withheld

Dem zitternden Großvater wird der Platz am Tisch zunächst verwehrt, bis das Kind die Eltern zur Umkehr bewegt.

17 · piece editorial

das Tröglein.

Load bearing

Steht für den Spiegel, den das unschuldige Kind den Eltern vorhält, und für die Saat, die sie einst selbst ernten.

Apparent

Ein kleines Tröglein, das der Enkel aus zusammengefügten Hölzchen am Boden der Stube bastelt.

Yearbook

Auf die Frage der Eltern bekennt das Kind, es baue das Tröglein, daraus Vater und Mutter essen sollen, wenn es groß ist; da weinen sie und holen den Großvater zurück.

18 · piece editorial

die hölzerne Schüssel.

Load bearing

Steht für die geringschätzige Sparsamkeit, mit der man den alten Mann fortan abspeist.

Apparent

Eine billige hölzerne Schüssel für ein paar Heller, daraus der Großvater nun essen soll, damit er nichts mehr zerbreche.

Yearbook

Die hölzerne Schüssel ersetzt die zerbrochene irdene und wird zum Vorbild des Hölzchens, das der Enkel zu seinem Tröglein fügt.

19 · piece editorial

die irdene Schüssel.

Load bearing

Steht für die karge, lieblose Kost, die man dem verstoßenen Großvater im Winkel zuteilt.

Apparent

Ein irdenes Schüsselchen mit wenig Speise darin, das man dem alten Mann hinter den Ofen reicht.

Yearbook

Dem zitternden Großvater entgleitet die Schüssel und zerbricht am Boden, worauf ihn die Schwiegertochter schilt.

21 · position editorial

der Spiegel.

Has

Die arglose Unschuld des Kindes, das nur nachahmt, was es vor Augen hat, ohne Bosheit und ohne Vorwurf.

Orders

Hält den Eltern wortlos ihr eigenes Tun vor, indem es ihnen ein Tröglein für ihr künftiges Alter bauen will.

Loses

Verliert nichts von sich selbst und gewinnt dem Großvater den Platz am Tisch zurück.

Drives

Handelt aus kindlicher Nachahmung, die der Härte der Eltern unwissentlich den Spiegel vorhält.

22 · position editorial

der Verstoßene.

Has

Das schweigende Dulden des Alters und der Gebrechlichkeit, ohne Klage gegen das ihm angetane Unrecht.

Orders

Verlangt nichts und fordert nichts ein, sondern fügt sich still in den Winkel und in die karge Kost.

Loses

Verliert seinen Platz am Tisch, die ganze Schüssel und die Achtung der Seinen, bis die Reue ihn zurückholt.

Drives

Handelt aus Demut und Hilflosigkeit und seufzt nur, statt sich zu wehren.

23 · position editorial

die Verächter.

Has

Die Ungeduld mit dem schwachen Alter und den Ekel vor dem Verschütten und Sabbern des alten Mannes.

Orders

Verbannt den Großvater hinter den Ofen, weist ihm karge Kost zu und schilt ihn, wenn ihm die Schüssel zerbricht.

Loses

Verliert die kindliche Ehrfurcht und Barmherzigkeit, bis die Scham vor dem eigenen Kind sie zur Umkehr zwingt.

Drives

Handelt aus Überdruss und Härte, bis das Wort des Enkels das Herz ihnen wendet.

25 · process editorial

das Bauen.

Direction

Das emsige Zusammenfügen kleiner Hölzchen am Boden zu einem Tröglein für Vater und Mutter.

Lever

Die arglose Nachahmung des Kindes, das nur tut, was es an den Eltern und am Großvater gesehen hat.

Echo

Das treuherzige Wort des Kindes, das den Eltern ihr künftiges Los vor Augen stellt und sie zu Tränen rührt.

26 · process editorial

die Heimkehr.

Direction

Das beschämte Zurückholen des Großvaters aus dem Winkel an den gemeinsamen Tisch der Familie.

Lever

Die Reue und Scham, die das Wort des Enkels in den Eltern weckt.

Echo

Der Großvater isst fortan wieder mit am Tisch, und man schweigt, wenn er etwas verschüttet.

27 · process editorial

die Verstoßung.

Direction

Das Absondern des gebrechlichen Großvaters vom gemeinsamen Tisch hin in den dunklen Winkel hinter dem Ofen.

Lever

Der Ekel vor dem Verschütten und Zittern des alten Mannes und der Wunsch, ihn aus den Augen zu schaffen.

Echo

Die karge Kost, die zerbrochene Schüssel und das stille Seufzen des Großvaters, der sich klaglos fügt.

29 · plan editorial

das Tröglein.

Direction

Das Kind sieht, wie der Großvater hinter den Ofen verbannt wird und aus der hölzernen Schüssel essen muss. Auf dem Boden der Stube fügt es kleine Hölzchen zusammen. Auf die Frage der Eltern erklärt es schlicht, es baue ein Tröglein für sie, wenn es groß ist, und hält ihnen damit ihr eigenes Tun vor.

Orders

  1. Der Enkel beobachtet die Verstoßung des Großvaters in den Winkel.
  2. Der Enkel sammelt kleine Hölzchen am Boden der Stube.
  3. Der Enkel fügt die Hölzer zu einem Tröglein zusammen.
  4. Der Enkel nennt auf Befragen den Zweck: ein Trog für Vater und Mutter.
  5. Die Eltern erkennen sich im Spiegel des Kindes und kehren um.

Implementation

  • Das Vorhaben beruht allein auf der arglosen Nachahmung des Gesehenen.
  • Keine Absicht, kein Vorwurf, keine Bosheit lenkt das Tun des Kindes.
  • Das schlichte Wort wirkt stärker als jede Ermahnung und wendet das Herz der Eltern.

Targets

  • [ ] Die Verstoßung des Großvaters mit ansehen
  • [ ] Kleine Hölzchen am Boden sammeln
  • [ ] Die Hölzer zu einem Tröglein fügen
  • [ ] Den Eltern den Zweck des Tröglein nennen
  • [ ] Die Eltern zur Umkehr und zur Heimkehr des Großvaters bewegen

30 · reference warrant

Line Of Work.

Staging Der alte Großvater und der Enkel (KHM 078) as a moral fable on filial duty and the reciprocity of care across generations. The production models how a child's artless imitation becomes a mirror that holds the parents' own conduct before them, turning contempt for the feeble grandfather into shame and restoring him to the family table.

31 · reference warrant

Origin.

Jacob and Wilhelm Grimm's Kinder- und Hausmärchen (1812-1857), tale KHM 078, in the definitive 7th edition of 1857.

Source Key Work / Event Scope
Brothers Grimm Kinder- und Hausmärchen, KHM 078 The canonical fable of the banished grandfather and the trough.
32 · reference warrant

Restrictions.

What the production refuses to model, and to whom it delegates.

  • Material detail of the bowls: the earthenware and wooden bowls are treated as simple props for scarce, scornful fare, ignoring the craft or composition of the vessels.
  • Domestic geography: the home is modeled as the table set against the corner behind the stove, rather than a full floor plan of the dwelling.
  • Cross-play context: strict local isolation. Every link stays within this play's directory.
33 · reference warrant

Encoding.

Source to constraint, per file.

updated: 2026-06-13

Enter the Stage