grimm · khm_077_clever_gretel
khai plays · a playbook

Clever Gretel.

Grimm
00 · the play synopsis

Synopsis.

Name

Clever Gretel.

Arc

Eine listige Köchin verschlingt das Festmahl und hetzt mit einer Notlüge den Gast und den Herrn auseinander.

Stakes

Wie eine listige Dienerin durch das gezielte Spiel mit Missverständnissen ihre eigene Schuld verschleiert und zwei Männer gegeneinander treibt, um ungestraft zu bleiben.

Estate

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01 · plots editorial

Plots.

Plot 1: Der Bratauftrag

Der Herr trägt dem Gretel auf, zwei Hühner für einen geladenen Gast schön braun zu braten.

Plot 2: Das heimliche Schmausen

Während der Gast ausbleibt, trinkt das Gretel im Keller Wein und kostet die Hühner, bis es zuletzt beide verschlungen hat.

Plot 3: Das Wetzen des Messers

Der Herr kehrt heim, kündigt den Gast an und wetzt vor der Tür sein Tranchiermesser, um die Braten zu zerlegen.

Plot 4: Die Warnung und die Flucht

Das Gretel raunt dem klopfenden Gast zu, der Herr wolle ihm beide Ohren abschneiden, worauf dieser entsetzt davonläuft.

Plot 5: Die Hatz um das Huhn

Das Gretel klagt dem Herrn, der Gast habe beide Hühner geraubt, und der Herr jagt ihm mit dem Messer nach und ruft „Nur eins, nur eins!“.

02 · plot editorial

Das heimliche Schmausen.

Cue

Der Gast bleibt aus, und der Braten duftet verlockend.

Action

Das Gretel holt der Wein aus dem Keller und kostet zuerst einen Flügel, dann beide; weil der Gast ja doch wohl nicht komme, verschlingt es das eine und endlich auch das andere der die zwei Hühner, denn „wo eins ist, soll auch das andere sein“.

Stage

Der verborgene Schauplatz in die Küche, fern von den Augen des Herrn.

Tension

Die fröhliche Naschsucht treibt das Gretel Bissen um Bissen über die Schwelle, bis die Spieße leer sind und ein Betrug zu vertuschen bleibt.

03 · plot editorial

Das Wetzen des Messers.

Cue

Der Herr kehrt heim und kündigt das baldige Eintreffen des Gastes an.

Action

Der Herr freut sich auf das Mahl und wetzt eifrig das Tranchiermesser auf dem Wetzstein, um die Braten zu zerlegen, sobald der Gast eintrifft.

Tension

Das harmlose Schaben der Klinge schafft, ohne dass es jemand ahnt, das Geräusch, das die kommende Lüge des Gretels glaubwürdig machen wird.

04 · plot editorial

Der Bratauftrag.

Cue

Der Herr erwartet zu Tische einen geladenen Gast.

Stage

Die warme die Küche mit dem Herdfeuer und dem Spieß.

Tension

Der ehrliche Auftrag des Herrn legt die Versuchung dem Gretel geradewegs vor die Nase, da er es mit dem duftenden Braten allein zurücklässt.

05 · plot editorial

Die Hatz um das Huhn.

Cue

Der Gast ist fort, und der Herr verlangt nach seinem Mahl.

Action

Das Gretel klagt dem Herrn, der Gast sei mit die zwei Hühner davongelaufen; der Herr jagt mit dem Messer in der Hand hinterher und ruft „Nur eins, nur eins!“, was der Gast als Forderung nach einem Ohr versteht und mit beiden Ohren entkommt.

Tension

Das eine Missverständnis nährt das andere, sodass beide Männer betrogen davonstehen und das Gretel ungestraft zurückbleibt.

06 · plot editorial

Die Warnung und die Flucht.

Cue

Der Gast tritt heran und klopft artig an.

Action

Das Gretel öffnet dem Gast und raunt ihm vertraulich zu, der Herr habe ihn nur geladen, um ihm beide Ohren abzuschneiden; das Schaben das Tranchiermesser bestätigt dem Gast die Drohung, und er rennt entsetzt davon.

Stage

Die Schwelle an die Haustür, wo das Wetzen zu hören ist.

Tension

Die Furcht des Gastes verwandelt das harmlose Wetzen in eine tödliche Drohung und treibt ihn kopflos die Stufen hinab.

08 · pitch editorial

der Schwank.

Tenor

Der Schwank. Die pralle Lust einer Köchin, die ihren Wein liebt und ihre Braten lieber selbst verspeist, und die freche Geistesgegenwart, mit der sie ihre Schuld in eine Hetzjagd verwandelt. Hier wird geschmatzt, geschwindelt und gelaufen. Gespielt wird im behäbig-derben, vergnügten Ton der Küche, im Knistern des Brätleins, im geschwinden Zuflüstern an der Tür, das aus zwei Männern Narren macht.

Undertow

Unter dem Schwank liegt die kalte Skrupellosigkeit. Das Gretel nascht nicht nur, es lügt mit voller Berechnung und schickt einen Mann mit dem Messer hinter den anderen her. Diese Schärfe unter der Heiterkeit hält den Ton davon ab, in bloße Gemütlichkeit zu zerfließen; man lacht und merkt zugleich, wie gefährlich nah das Lachen an einer Verstümmelung vorbeischrammt.

Nerve

Getroffen wird das schadenfrohe Vergnügen am gelungenen Streich, die Lust, einer Schlauen zuzusehen, die sich aus jeder Klemme dreht. Das Gefühl, dass die Frechste am Ende ungeschoren bleibt, während die Ehrlichen umsonst rennen, und das halb empörte, halb bewundernde Schmunzeln darüber.

Echo

Was bleibt, ist das Bild der beiden laufenden Männer, der eine vor dem Messer, der andere mit ihm, und das Gretel, das satt zurückbleibt. Der Nachgeschmack ist die augenzwinkernde Ungerechtigkeit des Schwanks: die List hat gesiegt, und niemand wird sie je zur Rechenschaft ziehen.

10 · persona editorial

das Gretel.

Projection

Eine schlagfertige, genussfreudige Köchin mit roten Rosenschuhen, die ihren Wein liebt und ihre eigenen Braten am liebsten selbst verspeist.

Action

Sie nimmt den Bratauftrag an, trinkt im Keller Wein und kostet die Hühner, bis sie beide verschlungen hat; dann verjagt sie mit einer Notlüge den Gast und hetzt dem Herrn die falsche Kunde nach, der Gast habe die Hühner geraubt.

Shadow

Hinter ihrer fröhlichen Naschsucht steckt eine kalte Berechnung, die fremde Furcht und fremdes Missverständnis schamlos zu ihrem eigenen Vorteil ausnutzt.

Tell

Das vergnügte Schmatzen beim Kosten, das rote Aufleuchten ihrer Rosenschuhe und das geschwinde, vertrauliche Zuflüstern an der Tür.

11 · persona editorial

der Gast.

Projection

Ein höflicher, geladener Gast, der ahnungslos zum Mahl kommt und an der Tür artig anklopft.

Action

Er klopft an die Haustür, hört die Warnung des Gretels und das Wetzen des Messers, glaubt an die Drohung und flieht in heller Furcht um seine Ohren davon.

Shadow

Seine Furcht macht ihn zum leichtgläubigen Opfer einer Lüge, die das Geräusch der Klinge ihm als bare Wahrheit erscheinen lässt.

Tell

Das artige Anklopfen an der Tür, das jähe Erbleichen bei der Warnung und das kopflose Davonrennen die Stufen hinab.

12 · persona editorial

der Herr.

Projection

Der Hausherr, der einen Gast zum Mahl geladen hat und sich auf zwei schön gebratene Hühner freut.

Action

Er befiehlt das Braten der Hühner, kehrt heim, kündigt den Gast an und wetzt vor der Tür sein Messer; als das Gretel ihm vom geraubten Braten berichtet, läuft er dem Gast mit dem Messer nach.

Shadow

Sein gutgläubiges Vertrauen in die Worte des Gretels macht ihn zum unwissenden Werkzeug ihrer List und zum Verlierer seines eigenen Mahls.

Tell

Das eifrige Streichen der Klinge über den Wetzstein und das hastige Nachsetzen mit dem Ruf „Nur eins, nur eins!“.

14 · place editorial

die Haustür.

Shown

Die Haustür mit den Stufen davor, wo der Herr sein Messer wetzt und der Gast artig anklopft.

Offers

Die Schwelle zwischen Küche und Gasse, an der die Warnung des Gretels fällt und die Flucht beginnt.

Withheld

Verwehrt dem Gast jede ruhige Einkehr und macht die Stufen zum Ausgangspunkt seiner kopflosen Flucht.

15 · place editorial

die Küche.

Shown

Die warme Küche mit dem Herdfeuer und dem Spieß, an dem die zwei Hühner braten, und der nahe Keller, in dem der Wein lagert.

Offers

Den verborgenen Schauplatz für das heimliche Kosten und Schlemmen, fern von den Augen des Herrn und des Gastes.

Withheld

Verbirgt vor dem Herrn, dass die Braten längst verzehrt sind, und gibt das Vergehen des Gretels nicht preis.

17 · piece editorial

das Tranchiermesser.

Load bearing

Das harmlose Werkzeug zum Zerlegen der Braten, dessen Wetzgeräusch der Lüge des Gretels den Anschein der Wahrheit verleiht.

Apparent

Ein scharf gewetztes Messer, mit dem der Herr die gebratenen Hühner tranchieren will.

Yearbook

Auf dem Wetzstein geschärft, vom Gast als Drohung gegen seine Ohren missdeutet und vom Herrn bei der Hatz noch in der Hand gehalten.

18 · piece editorial

der Wein.

Load bearing

Der Wein löst die letzte Hemmung des Gretels und befeuert seine Lust am Kosten und Schlemmen.

Apparent

Ein guter Tropfen aus dem Keller, den das Gretel im Krug heraufholt und sich beim Braten reichlich gönnt.

Yearbook

Vom Gretel zwischen den Bissen kräftig genossen, bis es bei guter Laune erst das eine und dann das andere Huhn verschlingt.

19 · piece editorial

die zwei Hühner.

Load bearing

Sie sind der Gegenstand des Mahles und zugleich die Versuchung, deren Verschwinden die ganze List in Gang setzt.

Apparent

Zwei schön braun gebratene Hühner am Spieß, bestimmt für den Herrn und seinen geladenen Gast.

Yearbook

Vom Gretel Flügel um Flügel und zuletzt ganz verzehrt, „wo eins ist, soll auch das andere sein“, und nie auf den Tisch gekommen.

21 · position editorial

der Flüchtling.

Has

Die Verwundbarkeit des Ahnungslosen, der den Worten und Geräuschen mehr glaubt als der harmlosen Wahrheit.

Orders

Bestimmt nichts, sondern wird von der Furcht und der Lüge des Gretels in die Flucht getrieben.

Loses

Verliert das versprochene Mahl und seine Würde, rettet dafür aber in seiner Einbildung seine beiden Ohren.

Drives

Handelt aus blanker Furcht um Leib und Glied und rennt davon, ohne den Trug zu durchschauen.

22 · position editorial

der Gastgeber.

Has

Die Verfügungsgewalt über Haus, Küche und Mahl sowie die Erwartung, seinen geladenen Gast standesgemäß bewirten zu können.

Orders

Erteilt der Köchin die Befehle zum Braten und bestimmt den Ablauf des Mahles.

Loses

Verliert durch sein blindes Vertrauen das Mahl, den Gast und die Übersicht über das wahre Geschehen in seinem Haus.

Drives

Handelt aus Gastlichkeit und Eifer und folgt überstürzt der falschen Kunde, statt die Sache zu prüfen.

23 · position editorial

die Listige.

Has

Die Schlagfertigkeit und die Frechheit, ein eigenes Vergehen durch eine geschickt gestreute Notlüge in das Verschulden anderer zu verkehren.

Orders

Lenkt das Verhalten der ahnungslosen Beteiligten durch falsche Worte und das Ausnutzen ihrer Furcht und ihres Vertrauens.

Loses

Verliert jeden Anspruch auf Ehrlichkeit und Redlichkeit, gewinnt dafür aber ihre Straflosigkeit und das verschlungene Mahl.

Drives

Handelt aus Genusssucht und Selbsterhaltung und scheut keine Lüge, um den Folgen ihres Schmausens zu entgehen.

25 · process editorial

das Schlemmen.

Direction

Das schrittweise Kosten und Verschlingen der Braten, vom ersten Flügel bis zum letzten der beiden Hühner.

Lever

Der reichlich genossene Wein und die Ausrede, der Gast werde ja doch wohl nicht kommen.

Echo

Die leeren Spieße, die das Gretel zur Notlüge zwingen, um das Verschwinden der Hühner zu erklären.

26 · process editorial

die Hatz.

Direction

Das Nachsetzen des Herrn hinter dem fliehenden Gast, um wenigstens eines der vermeintlich geraubten Hühner zu retten.

Lever

Der Ruf „Nur eins, nur eins!“, der ein einziges Huhn meint, vom Gast aber als Forderung nach einem Ohr verstanden wird.

Echo

Der Gast entkommt mit beiden Ohren, der Herr bleibt ohne Mahl, und das Missverständnis vollendet die List des Gretels.

27 · process editorial

die Täuschung.

Direction

Das Streuen einer doppelten Notlüge, die dem Gast eine Drohung und dem Herrn einen Raub vorspiegelt.

Lever

Das Wetzgeräusch des Messers, das der erfundenen Drohung gegen die Ohren des Gastes den Anschein der Wahrheit gibt.

Echo

Die Flucht des Gastes und die nachsetzende Hatz des Herrn, die das Gretel ungestraft zurücklassen.

29 · plan editorial

die Ausrede.

Direction

Das Gretel verschlingt beide Braten, ehe der Gast kommt. Um den leeren Spieß zu erklären, spiegelt es dem Gast eine Drohung und dem Herrn einen Raub vor und nutzt das Wetzgeräusch des Messers als Beweis, sodass beide Männer einander missverstehen und das Gretel ungeschoren bleibt.

Orders

  1. Den Bratauftrag des Herrn annehmen und ihn allein zurücklassen.
  2. Im Keller Wein trinken und beide Hühner verkosten und verschlingen.
  3. Dem klopfenden Gast zuraunen, der Herr wolle ihm beide Ohren abschneiden.
  4. Das Wetzen des Messers als Bestätigung der Drohung wirken lassen.
  5. Dem Herrn melden, der Gast habe beide Hühner geraubt, und ihn ihm nachhetzen.

Implementation

  • Der Plan beruht auf der Schlagfertigkeit des Gretels und seinem schnellen Erfinden einer glaubhaften Lüge.
  • Nutzung des Wetzgeräusches als zufälliger, aber überzeugender Beweis der erfundenen Drohung.
  • Geschicktes Spiel mit der Furcht des Gastes und dem gutgläubigen Eifer des Herrn, die einander nie zur Klärung begegnen.

Targets

  • [ ] Den Bratauftrag annehmen und mit den Hühnern allein bleiben
  • [ ] Im Keller Wein trinken und beide Hühner verschlingen
  • [ ] Den Gast mit der erfundenen Drohung in die Flucht schlagen
  • [ ] Dem Herrn den vermeintlichen Raub der Hühner melden
  • [ ] Beide Männer einander nachjagen lassen und ungestraft zurückbleiben

30 · reference warrant

Line Of Work.

Staging Das kluge Gretel (KHM 077) as a comic illustration of self-serving deception and the exploitation of misunderstanding. The production models how a cook covers her own gluttony by playing two trusting men against each other, turning the innocent sound of a whetted knife into false proof of a deadly threat.

31 · reference warrant

Origin.

Jacob and Wilhelm Grimm's Kinder- und Hausmärchen (1812-1857), tale KHM 077, in the definitive 7th edition of 1857.

Source Key Work / Event Scope
Brothers Grimm Kinder- und Hausmärchen, KHM 077 The canonical farce of the cook who eats the roast and lies her way clear.
32 · reference warrant

Restrictions.

What the production refuses to model, and to whom it delegates.

  • Culinary detail of the roast: the two fowls are treated as a simple object of temptation and proof, ignoring the chemistry of roasting or the carving itself.
  • Geography of the flight: the guest's escape down the street is modeled as a single state transition triggered by fear, not as full pathfinding through the town.
  • Cross-play context: strict local isolation. Every link stays within this play's directory.
33 · reference warrant

Encoding.

Source to constraint, per file.

updated: 2026-06-13

34 · download artifact

Download Playbook.

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