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khai plays · a playbook

Die heilige Frau Kummernis.

Grimm
00 · the play synopsis

Synopsis.

Name

Die heilige Frau Kummernis.

Arc

Eine fromme Jungfrau bittet Gott um einen Bart, wird gekreuzigt und rettet später einen Geiger durch ein Wunder.

Stakes

Ob der arme Spielmann durch das göttliche Eingreifen der heiligen Jungfrau dem Galgen entgehen und seine Unschuld beweisen kann.

Estate

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01 · plots editorial

Plots.

Plot 1: Der Bart und die Kreuzigung

Die fromme Jungfrau erhält auf ihr Flehen einen Bart, um einer Ehe zu entgehen, und wird von ihrem erbosten Vater gekreuzigt.

Plot 2: Der erste goldene Schuh

Ein armer Geiger fleht vor der Bildsäule der Heiligen, die ihm einen ihrer goldenen Pantoffeln zuwirft; er wird des Diebstahls angeklagt.

Plot 3: Der zweite goldene Schuh und die Befreiung

Auf dem Weg zum Galgen darf der Geiger nochmals vor der Bildsäule spielen; die Heilige wirft den zweiten Pantoffel herab und beweist seine Unschuld.

02 · plot editorial

Der Bart und die Kreuzigung.

Cue

Eine fromme, wunderschöne Jungfrau gelobt Gott, nicht zu heiraten. Ihr Vater will sie dennoch zwingen.

Action

In ihrer Not fleht die Jungfrau Gott an, ihr einen Bart wachsen zu lassen. Dies geschieht auf der Stelle. Ihr Vater ergrimmt über die Verunstaltung und lässt sie ans Kreuz schlagen. Sie stirbt den Märtyrertod und wird fortan als Heilige verehrt.

Tension

Die absolute Entschlossenheit der Jungfrau, ihr Gelübde zu wahren, kollidiert mit der tyrannischen väterlichen Gewalt.

03 · plot editorial

Der erste goldene Schuh.

Cue

Ein sehr armer Spielmann betritt die Kirche, kniet andächtig vor der Bildsäule der heiligen Kummernis nieder und fleht zu ihr.

Action

Die Heilige freut sich über seinen Glauben und lässt einen ihrer goldenen Pantoffeln herabfallen. Der Geiger nimmt ihn dankbar an. Später wird der Verlust in der Kirche bemerkt; man verdächtigt den Geiger, findet das Diebesgut bei ihm und verurteilt ihn zum Tode am Galgen.

Tension

Die unschuldig empfangene Gabe der Heiligen wendet sich durch den Verdacht der weltlichen Justiz zur tödlichen Bedrohung.

04 · plot editorial

Der zweite goldene Schuh und die Befreiung.

Cue

Der zum Tode verurteilte Spielmann wird zum Galgen geführt, und der Zug zieht an der Kirche der heiligen Jungfrau vorbei.

Action

Der Geiger erbittet sich Erlaubnis, Abschied von seiner Wohltäterin zu nehmen. Er betritt die Kirche und spielt vor dem Bildnis auf seiner Geige. Da wirft die Heilige auch den zweiten goldenen Pantoffel herab, was seine Unschuld zweifelsfrei beweist. Der Geiger wird freigesprochen und entlassen.

Tension

Das göttliche Eingreifen in letzter Sekunde stellt die irdische Gerechtigkeit bloß und rettet das unschuldige Leben.

06 · pitch editorial

das Wunder.

Tenor

Das Wunder. Nicht der laute Schauer, sondern das stille Staunen, wenn das Unmögliche in die Welt tritt, als wäre es selbstverständlich. Auf ein Gebet wächst einer Jungfrau ein Bart, damit sie der erzwungenen Ehe entgehe; eine steinerne Bildsäule neigt sich und lässt einen güldenen Pantoffel fallen vor den spielenden Geiger. In dieser Tonart ist das Übernatürliche kein Bruch, sondern eine sanfte Antwort des Himmels auf das Flehen der Frommen. Gespielt wird im verwunderten, andächtigen Ton dessen, vor dem sich das Heilige zeigt.

Undertow

Unter dem Wunder liegt das Leid, aus dem es aufsteigt. Der erhörte Bart führt nicht in die Freiheit, sondern ans Kreuz; das Wunder rettet die Jungfrau aus der Ehe und kostet sie das Leben. So mischt sich in jedes Zeichen ein Schmerz: erst die Gekreuzigte, dann der Geiger unter dem Galgen, ehe der zweite Schuh fällt. Diese Trauer hält das Staunen davon ab, in bloßes Wundern zu zerfließen; unter dem Glanz des Goldenen liegt das Dunkel des Opfers.

Nerve

Getroffen wird das Staunen vor dem Heiligen, das sich gerade dem Geringsten zuneigt, dem armen Spielmann vor der Bildsäule. Das Gefühl, dass eine Macht über der Welt das Flehen hört und auf wunderliche Weise antwortet, durch einen Bart, durch einen herabgeworfenen Schuh. Es spielt für das ehrfürchtige Erschauern vor dem Eingreifen des Himmels und für die Rührung, dass es einen Unschuldigen vom Galgen löst.

Echo

Was bleibt, ist die gekrönte Heilige mit dem Bart und den goldenen Pantoffeln und der gerettete Geiger, dessen Spiel vor dem steinernen Bild ein zweites Wunder rief. Kein nüchterner Schluss, sondern ein Nachklang des Übernatürlichen, das in die Welt gegriffen hat. Der Nachgeschmack ist das andächtige Staunen über die wundertätige Frau und die leise Trauer um den Preis, den ihre Heiligkeit gefordert hat.

08 · persona editorial

de arme Spielmann.

Projection

Ein mittelloser Geiger und Pilger, der als Einziger die Unschuld der heiligen Jungfrau in Demut anerkennt. Durch ein Missverständnis gerät er in Lebensgefahr, wird aber durch seinen Glauben und seine Musik erlöst.

Action

Er kniet in Andacht vor der Bildsäule, empfängt den goldenen Pantoffel, wird des Diebstahls angeklagt und zum Tode verurteilt. Auf dem Weg zum Galgen bittet er darum, ein letztes Mal vor dem Bild spielen zu dürfen, und erntet den rettenden Beweis seiner Unschuld.

Shadow

Seine Wehrlosigkeit gegenüber der weltlichen Justiz macht ihn vollständig abhängig von göttlicher Fürbitte.

Tell

Die Geige (dat Geiglein) und die goldenen Pantoffeln, die vor ihm niederfallen.

09 · persona editorial

de heilige Jungfrau Kummernis.

Projection

Eine wunderschöne Königstochter, die Gott gelobt, keusch zu bleiben. Um der erzwungenen Ehe zu entkommen, nimmt sie die Entstellung ihres eigenen Gesichtes in Kauf und wird zur edlen, wundertätigen Schutzpatronin der Unschuldigen.

Action

Sie fleht Gott um einen Bart an, erträgt die grausame Kreuzigung durch ihren Vater, und schenkt als leblose, mit goldenen Schuhen behängte Bildsäule einem armen Geiger ihre wertvollen Pantoffeln, um ihn zu retten.

Shadow

Ihr radikaler Verzicht auf das weltliche Leben und ihre eigene Identität führt zur schmerzvollen physischen Vernichtung.

Tell

Der plötzliche Bartwuchs und das Abwerfen der goldenen Pantoffeln von ihrem hölzernen Bildnis.

10 · persona editorial

de König.

Projection

Ein herrschsüchtiger und unerbittlicher Vater und Monarch. Seine Autorität steht über dem Wohlbefinden seiner Tochter, und die verletzte Familienehre treibt ihn zu äußerster, grausamer Bestrafung.

Action

Er fordert die Heirat seiner Tochter, gerät über ihren Bartwuchs in blinde Wut und befiehlt ihre grausame Kreuzigung.

Shadow

Seine Unfähigkeit, das Gelübde und die göttliche Verwandlung seiner Tochter zu akzeptieren, brandmarkt ihn als unbarmherzigen Tyrannen.

Tell

Das Zwingen zur Ehe und das Todesurteil am Kreuz.

12 · place editorial

dat Schloss.

Shown

Die prachtvolle, aber kalte Residenz des Königs, in der weltliche Pläne und Familientyrannis regieren.

Holds

  • Den hochmütigen König und seine Brautwerber

Offers

Die Aussicht auf eine politisch erzwungene Ehe für die Jungfrau.

Withheld

Freiheit für die religiösen Gelübde der Tochter.

13 · place editorial

de Galgen.

Shown

Der düstere Richtplatz außerhalb der Stadt, an dem das vermeintlich gerechte Urteil der Justiz vollstreckt werden soll.

Holds

  • Die Stricke und Galgenpfähle für die Hinrichtung
  • Die Wachen und Gaffer, die auf das Schauspiel warten

Offers

Die unerbittliche Konsequenz einer fehlerhaften menschlichen Rechtsprechung.

Withheld

Barmherzigkeit und Einsicht ohne den rettenden göttlichen Beweis.

14 · place editorial

de Kark.

Shown

Der sakrale Raum der Besinnung und Andacht, in dem das Andenken an die heilige Jungfrau durch eine prächtige Bildsäule bewahrt wird.

Holds

  • Die Bildsäule der heiligen Frau Kummernis, geschmückt mit goldenen Pantoffeln (de güldnen Pantoffeln)
  • Den knienden und betenden Spielmann

Offers

Einen Zufluchtsort für bedürftige Pilger und die Manifestation göttlicher Wunder.

Withheld

Schutz vor dem weltlichen Zugriff der Wachen, die den Geiger des Diebstahls verdächtigen.

16 · piece editorial

dat Geiglein.

Load bearing

Das Musikinstrument des Spielmanns, das ihm zum Gebet dient und durch dessen Töne er das befreiende Wunder der Heiligen erwirkt.

Apparent

Eine einfache, abgenutzte Geige des armen Spielmanns.

Yearbook

1815

17 · piece editorial

de Bart.

Load bearing

Das göttliche Geschenk, das der Jungfrau wächst, um sie für weltliche Ehemänner unattraktiv zu machen und sie vor dem Heiratszwang zu bewahren.

Apparent

Ein plötzlicher Bartwuchs im Gesicht der ehemals wunderschönen Jungfrau.

Yearbook

1815

18 · piece editorial

de güldnen Pantoffeln.

Load bearing

Die beiden kostbaren goldenen Schuhe, mit denen die Bildsäule bekleidet ist. Sie werden nacheinander herabgeworfen, um dem armen Geiger zu helfen und seine Unschuld zu beweisen.

Apparent

Glänzende Pantoffeln aus reinem Gold an den Füßen des Holzbildnisses.

Yearbook

1815

20 · position editorial

de Beschuldigten.

Has

  • Einen unverschuldeten Besitz des wertvollen Kirchen-Goldschuhs
  • Die erdrückende Beweislast der weltlichen Justiz

Orders

  • Beteuert vergeblich seine Unschuld vor den Richtern
  • Bittet vor dem Bildnis um ein letztes Spiel und göttliche Fürsprache

Loses

  • Seine Freiheit und fast sein Leben am Galgenstrick

Drives

  • Die nackte Angst vor dem Justizmord und die Hoffnung auf Gerechtigkeit.

21 · position editorial

de Frommen.

Has

  • Ein ernsthaftes Gelübde der Keuschheit
  • Den tiefen Glauben und die Andacht vor Gott

Orders

  • Weigert sich, die weltliche Ehe einzugehen
  • Kniet vor dem hölzernen Bildnis nieder und spielt andächtig die Geige

Loses

  • Das physische Leben am Kreuz durch den Zorn des Vaters

Drives

  • Das Verlangen nach göttlichem Schutz und die Rettung der Unschuldigen.

23 · process editorial

dat Wunner.

Initiated by

de arme Spielmann durch sein demütiges Geigenspiel vor der Bildsäule.

Direction

Von der drohenden Hinrichtung hin zur schlagartigen und zweifelsfreien Rehabilitation des Geigers und der Bloßstellung der menschlichen Justiz.

Lever

Das lebendige Bewegen der hölzernen Bildsäule, die nacheinander beide goldenen Schuhe fallen lässt.

Echo

Das Erstaunen der Wachen, die Freilassung des unschuldigen Spielmanns und das Zeugnis von der Unschuld und Heiligkeit.

24 · process editorial

de Krüzigung.

Initiated by

de König als grausame Reaktion auf den entstellenden Bart seiner Tochter.

Direction

Vom erzwungenen Gehorsam und der mütterlichen/väterlichen Pläne hin zum Märtyrertod und der darauffolgenden Heiligsprechung.

Lever

Die Nagelbänder und das Holzkreuz, an das die Jungfrau genagelt wird.

Echo

Das Entsetzen der Untertanen und die spätere andächtige Verehrung als heilige Kummernis.

25 · process editorial

de Prozess.

Initiated by

Die Tempelwächter und die städtische Justiz nach dem Diebstahlsverdacht.

Direction

Vom frommen Empfangen einer Gabe hin zur schnellen, unbarmherzigen Verurteilung und dem Todesmarsch zum Galgen.

Lever

Das Auffinden des goldenen Pantoffels beim Geiger und die voreilige Anklage wegen schweren Sakrilegs.

Echo

Der Marsch zum Galgen unter dem Gejohle des Volkes, der erst durch das Wunder gestoppt wird.

26 · reference warrant

Source.

  • Title: Die heilige Frau Kummernis
  • Collection: Kinder- und Hausmärchen, Volume 2 (1815 edition)
  • KHM: No. 66 (designated KHM 152a)
  • Source Material: Andreas Strobl (1700)
  • Digitized Full Text: SAGEN.at: Die heilige Frau Kummernis
27 · reference warrant

Identification.

  • German Anchor Line: "Es war einmal eine fromme Jungfrau, die gelobte Gott, nicht zu heirathen, und war wunderschön, so daß es ihr Vater nicht zugeben und sie gern zur Ehe zwingen wollte."
28 · reference warrant

License.

Fictional characters, situations, and settings staged after the public domain text. Playbooks and schemas are CC-BY-NC-SA-4.0.

updated:

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